Dieser Morgen ist anders



Als ich aufwache sp?re ich die K?lte. Das Licht bricht strahlend ?ber dem Horizont herein und streichelt sanft ?ber mein Gesicht. Ich starre nicht mehr apathisch auf die Innenverkleidung meines Wagens wie noch gestern Abend. Als ich auf die Uhr schaue ist es 6 Uhr. Ich habe nicht mehr als 2 Stunden geschlafen. Langsam steigt auch diese l?hmende Apathie wieder hoch und meine Gesichtsz?ge versteinern in einem einzigen leeren Blick. Alles ist noch still. Es mutet so friedlich an. Wenigstens funktioniert diese Welt hier drau?en noch, denke ich vor mich hin und habe Schwierigkeiten meine Augen offen zu halten, so sehr blendet mich die Morgensonne. Ich f?hle mich schwer und kalt. F?r einen Moment schlage ich die Augen nieder als mich die Erinnerung ?bermannt und mir einen kurzen heftigen Stich versetzt. Dann ist wieder alles still und die ganze Welt scheint eingetaucht in diesen glei?enden Nebel aus brennendem Licht, der ?ber den Feldern schwebt. Dieser Moment ist so beeindruckend, dass mich diese F?lle so imposant vereinnahmt, das ich kaum wage zu atmen. Das alles ist unendlich und ich bin es nicht. Deshalb f?llt es mir schwer so etwas zu begreifen. Ich kann nur stehen und staunen. Solche Momente kann man nicht planen. Sie sind einfach da und ?berw?ltigen dich mit ihrem Reichtum, mit ihrer Unfassbarkeit an Sch?nheit. Ich bin geblendet. Ich glaube dann etwas zu verstehen, doch es ist so kurz, dieses Gef?hl, das, wenn ich versuche es zu fassen und zu behalten, ich schon vergessen habe wie es sich anf?hlt. Au?er das man sich ersch?pft f?hlt, nur allein von dem Versuch. Aus den Boxen t?nt die Ballade Here in my room . Repeat One. Ich nehme die T?ne nur bedingt wahr, wie in einem langen Korridor von dessen Ende leise und durch dringlich die Musik t?nt. Ein sch?ner Song. Meine Gedanken sind gefangen in einer Zeitschleife. Sobald ich denke zu einem Schlusspunkt zu kommen und zu verstehen, wenn ich auch nicht genau wei? was, f?ngt alles an sich im Kreis zu drehen. Und dann wieder dieser Stich. Ich glaube man kann an solch einem Stich sterben. Nicht k?rperlich, aber seelisch. Man stirbt einfach eines Tages. Man kann nicht einmal etwas dagegen tun. Es ist reiner Selbstschutz und der bringt uns irgend wann um. Nicht alle, aber Menschen wie mich. Ich beobachte mich. Jede Bewegung verl?uft mechanisch. Ich bin wieder in meiner Welt und es ist unm?glich f?r mich da heraus zu kommen. Die T?r ist zu. Ich kann nicht mehr hinaus. Meine Angst h?lt die T?r geschlossen und mein Stolz bewacht diese T?r gut. Ich kann nicht hinaus. Ich verstehe diese Welt nicht und ich verstehe die Menschen darin nicht. Alles Sichtweisen, Blickwinkel. Alles ist richtig und auch falsch. F?r mich falsch, f?r andere richtig. Deshalb ist die T?r zu. Geschlossen. Auch f?r Dich, denke ich. Auch f?r Dich, hallt es leer in meinem Kopf und meine Worte klingen wenig ?berzeugt. Nur die T?r ist zu. Ich sp?re wie hei?e Tr?nen sich leise ihren Weg bahnen und schlie?lich an meinem Mundwinkel h?ngen bleiben bis meine Lippen salzig schmecken. Es ist als w?rde mich etwas hin und her ziehen. Ich brauche Dich nicht. Du machst mich wirbellos zu Deinen Gunsten. Du machst mich wirbellos. Ich habe Dich um Einlass gebeten, ich habe Dich entf?hrt in meine Welt, ich habe Dich verf?hrt mit meiner Welt . Nat?rlich wusste ich nicht ob Du meine Welt magst. Es gibt einfach Orte die findet man sch?n, aber da leben k?nnte man nicht. Ich wei? nicht warum ich daran geglaubt habe. Doch ich habe es, ganz eindeutig. Ich habe es nie ausgesprochen, doch ich wollte das Du bleibst, das Dir meine Welt gef?llt. Nun bist Du in Deine eigene zur?ck gekehrt. Dort ist es zu kalt f?r mich. Es ist wie bei Dir. Ich habe meine Welt mit Dir geteilt und Du kanntest die T?r zu gehen und Du kanntest die T?r zu kommen. Die T?r ist zu. Warum hast Du sie nur geschlossen? Es hallt in meinem Kopf. Es sticht in meiner Brust und je schneller ich fahre, desto mehr rast es in meinem Kopf. Ich habe Angst vor dieser Explosion. Ich habe Angst einfach daran zu sterben. Und dann habe ich nur noch Deine Welt. Dort ist es zu kalt f?r mich. Ich w?rde erfrieren und erstarren. Ich habe schon angefangen, doch nun ist die T?r zu. Ich w?nschte Dich hier, nur einmal um Dich begreifen zu lassen. Doch Du bist wie ich. Du starrst und staunst und siehst nicht einmal wirklich hin. Und meine Tr?nen rinnen sanft weiter hinab, bis sie auf meinen Pulli tropfen und ich das Nass auf der Haut sp?re. Du hast mich leblos gemacht. Du hast mich wirbellos gemacht. Du bist also einer von Ihnen. Ich starre wieder auf die Innenverkleidung meines Wagens. Ich sp?re nichts, nur diese Rasen in meinem Kopf. Ein ewiger Kreis.
Dieser Morgen ist anders, denke ich. Dieser Morgen ist anders, hallt es zur?ck. Und ich presse meine H?nde auf meine Ohren damit ich nicht h?ren muss. Doch ich wei? schon l?ngst. Die T?r ist zu. Du hast mich wirbellos gemacht, bis zu diesem Morgen. Die glei?enden Nebelschwaden ziehen weiter.

21.2.06 11:14

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