N?chtlicher Prolog


Er n?hrt sich von meinem Nektar. Er tr?nkt meine Liebe mit dem Gift des Zweifels. Er betr?gt mit der Gef?lligkeit seiner Selbstsucht. In dieser Nacht tritt er den Beweis an, schlecht zu sein. Ein Mensch zu sein. Ich liege in der Dunkelheit seiner schwarzen Seele, brach neben seinem pulsierenden K?rper, voll kaltem Blut. Uns trennen nur wenige Millimeter und doch scheint er Meilen entfernt. Ich sitze auf dem ?u?ersten Rand des Universums und er auf der anderen Seite. Wir sehen die gleichen Sterne und befinden uns doch beide unter zwei verschiedenen Himmelszelten. Niemand sagt das es leicht wird. Niemand sagt das es vorbestimmt war. Niemand weint darum, au?er ich, au?er er vielleicht. Ich sp?re seine K?lte, seine H?rte, er ist leblos und greift nach meiner Seele um sie zu beschmutzen, um sie zu seiner zu machen, in eben solcher K?lte. Die Abendlichter tanzen auf den fahlen Laken zu fahlem Mondlicht. Mein Blick schweift in den Nachthimmel hinauf zu den Wolken, die dick und schwer fast unsichtbar das n?chtliche Licht verdecken und in sich aufsaugen bis es nur noch Dunkelheit ist. Dunkelheit in diesem Raum, erf?llt von seinem tiefen Atem. In seiner Selbstgef?lligkeit wiegt er sich in Sicherheit, im Recht des St?rkeren, den anderen gefangen zu nehmen in seiner Dem?tigung die er ausspricht, die er lebt, die ich verabscheue, wie ich schon lange nichts mehr verabscheut habe. Seine Umrisse verschwimmen und ich kneife meine Augen fest zusammen bis ich ihn nur noch durch zwei schmale Schlitze beobachte. Sein Kopf st?tzt sich leicht auf sein angehendes Doppelkinn. Seine Sch?nheit verblasst in dieser Nacht und ich denke es ist nur eine H?lle, nur eine Fassade, die ihn noch sch?tzt vor meiner Apokalypse, solange bis ich erkenne das er das B?se ist, nicht f?r andere, nur f?r mich im heute und jetzt, vielleicht ist er in ein paar Jahren anders, vielleicht trifft ihn dann auch die Schuld seiner Saat und er ist so machtlos und hilflos wie ich es bin in dieser Nacht. Unser Garten der Seele ist verwuchert mit Unkraut und die gute Saat verk?mmert unter den gro?en dichten Bl?ttern ohne Licht und ohne Liebe Wir m?ssen unseren Garten pflegen. Wir m?ssen anfangen uns zu wehren. Wie viel Leben ist Verrat wert? Habe ich in all dieser F?lle Zeit mich selbst zu kennen? Reicht es nicht das ich all die Rollen spiele und mir in diesen bewusst zu werden, das ich betr?ge, mich selbst betr?ge. Meine L?ge spiegelt sich in seiner L?ge. Stecke ich meine Grenzen nach meinem Nutzen? Sein Drang nach ?u?erer Best?tigung, die er so sehr ?ber alles, ?ber sich und mich stellt, die ihn so abscheulich macht, so unwirklich, so fremd. Der Zwang nach Unabh?ngigkeit in der Abh?ngigkeit meines, seines, unseren Daseins. Der st?ndige Versuch auszubrechen, aus der Masse, aus der Norm. F?r die Masse. F?r die Norm. Ich verabscheue ihn. Meine Wirklichkeit ist so beschr?nkt, nur ein Augenblick, nur ein Moment und so viele M?glichkeiten, so viele T?ler zu durchqueren, zu erleben, zu leiden. Und mein Ziel welches ich erreiche w?hrt nur so lang wie mein Ruhm, bis er verblasst, bis ich ein neues Ziel brauche, mir stecke. Ein ewiger Weg den ich nicht beende, den ich nur beschreite in der Hoffnung am weitesten zu kommen. So ist er mein Spiegel und ich bin nur so schlecht und nur so gut wie er es ist, den ich lie? es zu, ich wollte es so. In dieser dunklen Nacht ist es meine Gefangenschaft die mein Dasein ist, ja fast meine W?rde. Die Realit?t der Dinge liegt im Tun. Das ist meine Wahrheit, wenn nicht unser aller Wahrheit. Und vor allem seine. Tun im Nichts - Tun. Er ist so erf?llt und vor allem gef?llt mit dieser Oberfl?chlichkeit, das er nicht hinsieht, das er taumelt in dem Rausch der Anerkennung, die so verg?nglich ist, die gar nicht da ist. Ich verlie? ihn, bevor ich ihn verlassen habe, in jener Nacht, als sein Bild schrumpft und unbedeutend wird und er nur eine Erinnerung sein wird, die an meinem Bett haftet, die vergeht, bis sie nur noch ein Fragment l?ngst vergangener Zeit ist. Irgendwo zwischen gestern und heute haben wir einen anderen Weg eingeschlagen. Wir haben nicht gesprochen, jeder ging immer ein St?ck weiter, bis keiner mehr zur?ckkam. Seine Seele besitzt keinen Kern mehr, keine Verbundenheit. Die Schublade schiebt sich langsam zu, legt ab, hackt ab. Die Weltenseele lenkt mich auf ein neues Ziel. Doch ich bin so voller Gedanken, so voller Melancholie und Euphorie, so voller Langeweile und Stagnation, so voller Leben. Ich bin ein Segler der Wolken, der verga? wie es ist Mensch zu sein. Ich w?nsche ihn so fern aus meiner Welt, in der er noch liegt und schl?ft und in die er mit seinem schweren, gen?gsamen Atem erf?llt. Fern aus meiner Welt, zu der er nicht mehr geh?rt, lange schon nicht mehr geh?rt hat. Er hat mich verraten und so habe ich auch ihn verraten und nun liegen wir hier nebeneinander, jeder in seiner Welt und ich sehne mich nach der Liebe, die ich einst f?hlte, die bedeutend war und die mich N?chte sinnen lie? in fernem, nahem Gl?ck. N?chte in denen ich selig schlummerte und wir uns in unseren Tr?umen trafen. All das Lachen, all die Ber?hrungen die uns verbanden, all die Leidenschaft, die so selbstverst?ndlich war, die wir heute routiniert haben, ohne Gef?hl, nur ein monotoner Ablauf, der sich immer wiederholt. Ich sehe ihn an und nehme Abschied, spreche aus in meinen Gedanken, was mich so lange l?hmte. Nehme Abschied, von seiner Schlichtheit, die ihn einst besonders machte, die er verloren hat, die er ersetzt hat, seine Unschuld die ich ihm genommen habe, geistig, ich, die ihn zu dem machte wer er ist. Und den ich nun verabscheue, weil er nichts begriffen hat, weil er blind ist und ewig in der Dunkelheit seiner Seele irren wird. Er ist so weit weg, das er hier und jetzt nicht existiert, nur in meinen Gedanken, an ihn, den ich kannte, nicht an ihn, der jetzt neben mir liegt. Denn dies ist ein Fremder. Kein Bezug, keine Relation, ein Fremder dem ich Einlass gew?hrte, der auf der Durchreise ist. Ein Fremder den ich verabschiede. Dessen Bild ich vergesse, ja schon vergessen habe.


Er ist weg. Lang schon. Ich kann mich nicht einmal genau daran erinnern, wann ich ihn zuletzt sah. Meine Gedanken schweifen nicht so oft zur?ck in jene Zeit. Sie hat nichts nachhaltiges, kein Schmerz der mich erf?llte, nur Traurigkeit auf meinem einsamen Weg. Traurigkeit all die Weggef?hrten zu verabschieden. Wir begleiten uns ein St?ck des Weges, doch im Innern sind wir schon wieder allein unterwegs, nehmen es als ein L?cheln des Lebens auf, als eine warme Brise. Vielleicht schmerzt hier und da die Einsicht ?ber die Verg?nglichkeit dieser Dinge, den sie sind nur Meilensteine unserer Verbindungen, die der Schafsmann spinnt, die die Weltenseele miteinander verstrickt. Doch irgendwann sucht man etwas Nachhaltiges, etwas Einzigartiges, einen H?hepunkt, zu dem all die Verbindungen unseres Lebens f?hren. Daf?r weine ich all die Tr?nen, daf?r breche ich auf um die Dunkelheit zu bek?mpfen. Um nicht in einer dieser Verbindungen zu enden, bevor ich meinen H?hepunkt, meinen Endpunkt erreiche, diesen Ort der mich endlich macht, an dem ich ankomme, an dem ich bleibe. Nur wei? ich nicht einmal ob es diesen Ort ?berhaupt gibt und ob meine Suche mich nicht eher davon weg f?hrt, mich in utopischer Hoffnung erf?llt und die mich irgendwann einholt und mir nur diese Momente bleiben, in denen ich gl?cklich war, in denen ich traurig war, die verblassen und an mir vorbei ziehen, wie ein unwirklicher Film, von dessen Handlung ich nichts mehr wei?. Deren Bedeutung eine andere geworden ist und ich vergessen habe ?ber die Zeit. Ein L?cheln vielleicht, mit Sicherheit, aber eben nur ein L?cheln, das aufhellt und vergeht, in die Unendlichkeit entflieht und ich nur noch die leichte Brise sp?re.

21.2.06 11:11

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