Der Schlafplatz oder Der Burg droht Gefahr


Ich schlafe. Ich tr?ume. Ich liebe diese Welt in der man sich verlieren kann, die man selbst konstruieren kann, in der man sich f?rchtet und in der man Bilder sieht, die man in der Realit?t gern verdr?ngt, in der man gl?cklich und verr?ckt ist (einmal sogar hatte ich mehrere Male hintereinander den gleichen Traum und ich konnte darin fliegen, mein K?rper war leicht, wie ein Windhauch und ich konnte ihn biegen und Rollen schlagen in der Luft, wann immer ich Lust darauf versp?rte. Ich konnte ganz schnell ?ber Wiesen und Felder gleiten in einem Bruchteil von Sekunden und flog dabei kreuz und quer, hoch und tief und ich f?hlte mich frei und leicht. Ich habe diesen Traum geliebt, ja ich habe mich jede Nacht darauf gefreut und war regelrecht entt?uscht wenn ich fr?h erwachte und feststellte, das mein physisches Dasein mir Rollen und Wellen schlagen in der Luft unm?glich machten. ).Rundum, zu schlafen und zu tr?umen ist mein Bau, mein Schloss, meine Burg, die ich verriegelt habe und abgeschlossen habe und in der es kein Eindringen gibt, keine Eroberung k?nnte je meine Burg besetzen, nur ich allein k?nnte sie vernichten, wenn ich w?llte. Ich schlafe gern und lange, meistens d?se ich tags?ber f?r ein paar Stunden ein, erwache und f?hle mich frisch und durfte f?r ein paar Stunden dieser langweiligen g?hnenden Obsession entfliehen, die ich so verurteile, auf die ich so angewiesen bin. Doch wie alles in meinem Leben habe ich bald erkannt, das man sich in Schlaf auch fl?chten kann. Dieser st?ndige Halbkomazustand verhindert jegliche Gef?hlsregung, l?sst es h?chstens kurz als stechenden Schmerz oder als l?hmende Angst aufblitzen um dann schnell wieder zu verschwinden um mich zur?ck in mein Traumland zu bringen. In eine andere Welt, jenseits der Grenzen die uns bekannt sind. Eine Welt die ich beherrsche und in der ich lebe und in der ich diese kurzen Realit?tsohrfeigen ignoriere oder diese daran abprallen. Es war wieder Sonntag. Meine Wochenenden gipfelten meist nur meine w?chentlichen Exzesse und ich lebte zwischenzeitlich schon fast in einer Scheinwelt, zwischen extremer Hochformation und stagnativen Zust?nden, in denen ich allerdings mehr Leben in mir sp?rte, als in dieser oberfl?chlichen ?Ich-will-von-allem-ein-St?ck-Kuchen? Welt. Oft genug war ich gerade in diesen Momenten am kreativsten, am einsichtigsten, am lebendigsten. Es war gegen Zwei Uhr nachmittags und das Klingeln meines Telefons zeriss die Stille. Es klingelte hartn?ckig, bis, wie ich denke, mein Anrufbeantworter sich einschaltete. Ich bewegte mich nicht einen Zentimeter, betete sogar derjenige m?ge es heut nicht noch einmal probieren. Totale Abgeschiedenheit erm?glicht einem tief in seiner Seele zu kramen und lange aus dem Fenster zu starren bis sich das Bild in einen schwarzen Schleier h?llt und man nur noch einen hellen Punkt sieht. Ich lag auf meinem Bett, eingepackt in die Weichheit von zwei gro?en Bettdecken, die wie ein Schutzpanzer mich von der ?u?eren Welt fernhielten. Ich k?nnte mit Sicherheit eines Tages, wenn ich doch noch meine Hoffnung auf Besserung verlieren sollte, mir vorstellen, in meinem Bett zu wohnen und es nur ganz kurz zu verlassen, f?r das N?tigste um dann schnell wieder in die gro?en sch?tzenden Federn zu fliehen, die mich einh?llen, die mich besch?tzen, solange der Himmel noch blau ist. Durch die Schr?gen der Dachfenster sah ich stets nur den endlosen Himmel und genoss es stundenlang den Wolken zuzusehen, wie sie sich m?chtig auft?rmen oder sich pl?tzlich aufl?sen und eine endlose H?lle freigeben, so endlos das jede Vorstellung daran was sich dahinter befindet sich jeglicher Phantasie entzieht. Auch heute beobachtete ich das Treiben, gro?e, wei?e Wattefetzen, die der Wind ?ber den Himmel jagt und doch nicht f?ngt. Ich schwelgte in Gedanken ?ber den Dichter, von dem ich gerade in einem Buch las, der einsame verlassene Dichter, den seine Mutter jeglicher Eigenst?ndigkeit beraubt hatte, eine Marionette die traurig an ihren F?den h?ngt und sich nicht wehren kann. Nur die Traurigkeit und Naivit?t seiner Ersatzwelt h?lt in am Leben, h?lt ihn am Leben um einen gro?artigen Tod zu sterben. Dieser Dichter dessen Leben einzig und allein durch die Anerkennung seiner Mitmenschen ?ber seine Verse f?r ihn lebenswert war. Und mit den Jahren sucht er immer weiter nach dieser Anerkennung, nach der er d?rstet und die immer unbedeutender wird, bis er begreift, das nur er seine Verse wirklich verstehen und huldigen kann. Seine Gabe zu verstehen, sein Anderssein zu akzeptieren, mit Stolz. Doch seine Suche ?bermannt sein Leben und so stirbt er jung und nicht einmal heldenhaft, still an eisiger K?lte. Nicht heldenhaft in seiner Vorstellung in der er brennen will, in einem Flammenmeer Hand in Hand mit seiner Geliebten (die ihn verr?t und ihren Bruder, ihre Untreue machte sie zur Verr?terin an ihrem Liebsten und ihrer Familie) schreitet er den Toren des Totenreichs entgegen. Doch seine Verse bleiben. Sie sind etwas Ewiges. Sie existieren weiter, auch ohne ihn, sie entwickeln sogar Eigenst?ndigkeit, denn nun ist es keine Anerkennung, jetzt ist es Verst?ndnis die seinen Texten inne sind. Der Dichter hat zwar stets nach dieser ?u?eren Welt gestrebt, in ihr anerkannt zu sein, doch nun nach seinem Tod, ist es die ?u?ere Welt, die er damit pr?gt, die er damit ver?ndert. Die Welt die ihm niemals Einlass gew?hrte. ?ber dem Dichter schweifen meine Gedanken ab, gesellen sich ein wenig zu den wei?en Wattefetzen ?ber mir und verweilen dort, bis das Klingeln erneut mich aus meinem Tagtraum reist. Ich habe keine Eile, als ich mich dann doch bem?he, und steige die h?lzerne Wendeltreppe hinab. Das Klingeln verstummt gerade als ich den H?rer in die Hand nehmen will. Die Nummer erscheint, doch ich rufe nicht zur?ck. Ich w?sste nicht einmal was ich sagen sollte. Ich habe soviel in meinem Kopf das ich es nicht zu einem Satz formulieren k?nnte. Es ist zuviel. Es w?ren zuviel der Worte die ich br?uchte um meinem Inneren Ausdruck zu verleihen. Vielleicht reichen nicht einmal alle W?rter dieser Welt, in allen Sprachen dieser Welt um ?berhaupt etwas ausdr?cken zu wollen, geschweige denn davon meine Aufmerksamkeit auf etwas anderes als meine Burg zu richten. Ich musste sie verteidigen, gerade jetzt. Jeder andere Gedanke k?nnte mich unvorsichtig machen. Mein Blick schweifte aus dem Fenster und legte sich auf den gewohnten Ausblick, der vertraut wie immer vor sich hin lebte, wie ein anderer Film zu dem ich nicht geh?rte, den ich nur beobachtete ab und zu. Die Nachmittagssonne w?rmte die hohen D?cher und blitzte her?ber, wenn sie sich in einem der vielen l?nglichen Fenster der Jugendstilh?user spiegelte, die l?ngs und quer zu meiner Wohnung standen. Ich verharrte noch einen Augenblick und genoss den Ausblick auf das ruhige Treiben dieses Nachmittags. Ich schlich wieder hinauf, vorbei am Badezimmer und der kleinen Galerie, die ich schon seit Monaten in ein gem?tliches Lesezimmer verwandeln wollte und in der sich jetzt Berge von W?sche t?rmen, die gelegt und sortiert werden mussten. Das alles sah ich nur aus den Augenwinkeln, merkte es mir wie immer vor und verlegte die Umsetzung dieser Dringlichkeit auf Morgen. (Sp?ter raffte ich mich dann doch noch auf und machte Ordnung, was mir ein zufriedenes Gef?hl gab und meinen Plan mit dem Lesezimmer auffrischte und motivierte.) Die T?r zu meinem Schlafzimmer lag am Ende der Galerie und das dahinterliegende Zimmer erstreckte sich gro?z?gig und ger?umig unter langen Dachschr?gen. Mein Bett stand in einer Nische die gerade gro? genug war um es bequem von beiden Seiten zu erreichen. Es ist mein Bett. Die Erinnerungen die daran haften, in Zeiten von wir, die gesichtlos geworden waren, sind verschwommen und surreal. Fast so als ob es gar nicht hier passiert w?re, als ob es gar nicht mein Bett gewesen w?re oder dieser Ort. Alles weit weg. Ich bin allein in meiner Burg. Die warmen, weichen Kissen schmiegten sich sanft an meinen Kopf und ich vergrub mein Gesicht darin, verbarg die Tr?nen die kurz aufschimmerten und die ich fortwischte indem ich mein Gesicht nur noch tiefer darin verw?hlte. Ich habe gewartet, auf ein Zeichen, auf eine Nachricht, doch der Draht ist wie durchgeschnitten. Kein Rufzeichen in der Leitung, nur tonlose Stille. Irgendwann, irgendwo haben wir uns verloren, haben aufgeh?rt miteinander zu reden, haben nur gesprochen mit leeren, fernen Worten, die unbedeutend waren, die nicht einmal existieren, weil wir sie nicht einmal wirklich gedacht haben. Haben aufgeh?rt uns anzusehen und haben stattdessen in ein fremdes Antlitz geblickt, haben hindurch gesehen, haben nichts gesehen. Die Leitung ist tot. Kein Rufzeichen. So war es immer. Und jeder macht seins. Doch ich gr?belte nicht ?ber dem Warum und suchte die Gr?nde, die Situationen, die Worte vielleicht die man besser nicht gesagt h?tte, oder die Gesten in denen man sich verletzt hatte. Der Ursprung lag ganz woanders. Wie kann es sein das meine Verbindungen, die mich zu dem gemacht haben wer ich bin, was ich bin, all die Menschen auf meinem Weg, ohne die ich nicht hier w?re, mich auch in Sackgassen f?hren, ja in einen wahren Irrgarten, in dem ich mich von Mal zu Mal mehr verliere und der mich nicht erwachsen werden l?sst. Ich komme vom Weg ab und finde auch nicht dahin zur?ck. Hat nicht alles eine Bedeutung und ist es nicht mein Gef?hl und meine Intuition die mich lenkt und zu den Menschen f?hrt? Es ist unabwendbar das ich meine Burg verschlie?e, denn das Chaos da drau?en, bedroht meine Welt. Es gelten keine Rechte und keine Regeln, nur der Vorteil des St?rkeren, der loszulassen wei?, der von Unabh?ngigkeit wei?, dem der sich Gef?hlen hingibt, nicht aber mit ihnen eins wird, er genie?t, wird aber nie selbst die Quelle sein, die Hingabe schaffen kann. Eben ein Krieger, denn die Menschheit, wei? nichts von Liebe, oder ?bergeht doch allzu leichtsinnig die Grenzen, die den zarten Keim ersticken und ihn zu Unkraut wuchern lassen. Wir sind ohne Verantwortung, ohne Streben, ohne Grenzen. All unsere Freiheit nimmt uns die Freiheit zu geben, denn sie konzentriert sich auf das Nehmen, die eigene Haut, kein Miteinander. Vielleicht waren wir auch nie daf?r bestimmt und es war nie anders als es heute ist und jede Generation entdeckt dies auf ihre ganz eigene Weise. Wir alle haben die gleiche Sehnsucht, und jeder Drang nach Unabh?ngigkeit wird irgendwann ?bermannt von der Einsamkeit, der Sehnsucht nach dem Allt?glichen, das uns in Ruhe leben l?sst. Deshalb verteidige ich meine Burg unter Tr?nen und Zittern, vor lauter Schock ?ber die Grausamkeit, die einst so lieblich lockte, es immer wieder tat und dies immer wieder tun wird.
Die Grausamkeit macht uns wirbellos.
Und ich dachte an den Dichter, der bl?hte in seiner Welt. Das Leben ist anderswo. (Rimbaud)



Ich blicke hin?ber zu dem Fels, an dem wir uns liebten und der Duft weht noch s?? her?ber.
Hei? und innig waren die K?sse, ewig die Schw?re und fern von jenen Ort entschwindest Du wieder.
Nur ein Gedanke, nur ein Hauch der vor?berschwebt und mich streift
Mich erinnern l?sst und mein L?cheln gleicht dem Antlitz eines Narrens
der freim?tig weiterzieht in die Lehren seines Lebens.



f?r D.

21.2.06 11:16, kommentieren

Abschied


K?lte und Dunkelheit, Abscheu die meine Entt?uschung bitter schmecken l?sst.
Tote Augen schweigen sich an.
Du hast mich leblos gemacht.
Nasser Schimmer rinnt ?ber meine Wangen.
Du hast mich leblos gemacht.
Du hast mich in den Spiegel sehen lassen.
Ich bin wer Du bist.
Du hast mich leblos gemacht.



Langsam entwirren sich die Str?nge. Es ist nicht das was ich erwartet habe. Aber es ist eine reale Wahrheit. Ein Fixpunkt, eine Neuordnung. Keine Vorw?rfe, keinen Standpunkt, nur reine Realit?t. Ohne Schn?rkel. Das Leben schreibt nur selten Happy End`s. Wir anderen m?ssen herausfinden, welcher Weg die Schmerzen bestm?glich lindert. Bis zum n?chsten Fixpunkt. Bis zur n?chsten Wahrheit. Ich igele mich ein in diese Wahrheit. Ich will sie sp?ren, um mir ganz sicher zu sein. Es ist ein leises Zittern, unaufh?rlich, aus einer undefinierbaren Quelle heraus , das mich starr macht, das mich leblos macht. Ein Eingang, ein Ausgang. Bis zum n?chsten Fixpunkt. Ich habe wieder die falsche Biegung genommen. Wie eine Autobahn und die richtige Ausfahrt ist auf Dauer gesperrt. Ich fahre in die falsche Richtung ?berall die gleiche Ratlosigkeit, die gleiche Leere. Dieselbe Fremde in der ich mich so oft verirrt habe.
?Ich werde fort gehen? sagt da mein Herz. Es hat lange geschwiegen und ich habe mich gewundert dar?ber. In Geduld hat es abgewartet um den richtigen Zeitpunkt zu w?hlen, es mir zu sagen. Ich bin so verdutzt das ich nicht antworte. ?Wohin willst Du gehen?? frage ich es. ?Wir m?ssen fort von hier. Ich dachte das Du mich begleitest. Ich wei? das es Dir schwer f?llt. Abschied nehmen f?llt immer schwer. Ich habe Dir immer gut geraten, nun vertraue auf mein Gef?hl und folge mir. Nicht mehr lang, dann m?ssen wir aufbrechen.? Ich sage nichts. Ich bin unf?hig. Mein Herz will mich verlassen und es wird gehen, das sp?re ich. Noch liegen wir in Diskussion. Die Argumente sind gut. Verdammt gut. Mein Herz wei? das. Es wei? stets wann es Zeit ist zu gehen. Doch heute ist es das erste Mal, das es auch die Drohung ausspricht mich wirklich zu verlassen. Wenn ich hier bleibe, wird die Dunkelheit auf mich warten. Mein Herz wei? das. Ich wei? das. Es ist eine kalte Dunkelheit. Egal in welche Richtung man auch geht, egal welchen Weg man auch einschl?gt. Die Dunkelheit ist am Anfang und am Ende. Und wenn mein Herz mich jetzt verl?sst, werde ich irgendwann auch zu dieser Dunkelheit. Es ist unausweichlich. Ich kann nicht hier bleiben. Die D?mmerung zieht schon herauf. Mein Herz dr?ngt mich ein wenig, doch es ist noch geduldig mit mir. Ein wenig Zeit bleibt noch zu verharren. Ich wei? das es alles daran setzten wird, das ich mit ihm gehe. Aber ich wei? noch nicht. Die D?mmerung zieht herauf. Die Argumente sind gut. Verdammt gut. ?Lange k?nnen wir nicht mehr warten. Die Dunkelheit kommt n?her. Wir m?ssen uns beeilen, sonst finden wir keinen Weg von hier weg.? Es dr?ngt mich, aber ich weigere mich noch. Mein Herz sieht traurig aus. Es spricht nur von der reinen, schn?rkellosen Wahrheit. Davon nicht die Augen zu verschlie?en, wenn man l?ngst schon gesehen hat. Mein Herz weint um mich. Die Dunkelheit ist ganz nah und nur noch wenig Licht ist an diesem Ort und bald wird alles in dieses Schwarz getaucht sein. Ich h?re leises Wimmern. Es dringt durch den Schatten, durch den dichten Nebel. Mein Herz weint um mich. Es will das wir von hier fort gehen. Ich weine auch darum. Dies ist mein Fixpunkt. Es ist an der Zeit zu gehen. Ich habe ein Einsehen. Ich wehre mich noch ein Weilchen, aber es ist nur so ein Grummeln, noch ein bisschen widerwillig vielleicht. Die Argumente sind gut. Verdammt gut. Ich stehe dicht am Rand. Einen Schritt weiter und ich falle in die Ewigkeit, ohne Licht und ohne Leben. Ich werfe einen Blick zur?ck, doch es ist entschieden. Die schwarzen Schleier legen sich langsam kalt und schwer auf mir nieder, wie Nebelschwaden ?ber taufrische Morgenwiesen. Es ist h?chste Zeit zu gehen. ?Schnell? t?nt es da ? wir m?ssen aufbrechen bevor uns die Dunkelheit ganz einholt, schnell ! ?. Ich schaue mich um, doch da g?hnt schon das Schwarz, wie ein klaffendes Maul, ein endloser Schatten, der alles in nichts h?llt, alles unbedeutend macht. Zeit zu gehen. Die Argumente sind gut. And?chtig und mit gesenkten Kopf verlasse ich diesen Ort.
?Aber es gab doch mal Licht an diesem Ort. Warum konnte die Dunkelheit ?berhaupt so weit vordringen?? frage ich mein Herz verzweifelt.
Mein Herz schweigt. Ich habe das Gef?hl, es sucht nach den bedacht gew?hlten Worten.
? Es gab einmal sehr viel Licht. Da hast Du Recht. Doch die Menschen sind schlecht. Sie beschmutzen das reine Licht der Liebe mit dem Gift des Zweifels. Sie ersticken es im Keim. Aus Selbstsucht. Aus reiner Selbstsucht. Aber auch sie kommen an diesen dunklen Ort. Doch sie sind schon blind , sie k?nnen die Dunkelheit nicht sehen. Manch einer sp?rt es . Aber die meisten sp?ren es nicht. Ihr ganzes Leben lang nicht.
Manchmal begegnest Du Ihnen hier. Sie irren umher, ziellos, kraftlos. Ihre Unwissenheit gibt der Dunkelheit Macht.?
Danach sind wir lange stumm.
?Es war schon besser fort zu gehen. ? beginnt mein Herz von Neuem.
?Deine Liebe h?tte nicht ausgereicht um es aufzuhalten. Ich wei?, das Du traurig bist. Es gibt noch Hoffnung, glaube mir. Doch was h?tte es gen?tzt, wenn Du auch erblindet w?rst. Manchmal muss man fort gehen. Man muss verstehen wann ein Kampf verloren ist. Die Niederlagen, die Du jetzt erf?hrst, sind Deine Hoffnung einen neuen Weg zu finden. Sie sind Deine Zeichen und Deine Warnungen und sie machen Dich weiser. H?re auf sie. Nur dann kannst Du die Dunkelheit besiegen.?
?Aber sie hat mich doch schon besiegt! Es hat mich in diese Wahrheit geh?llt. Jetzt kann ich nicht zur?ck. Ich kenne nun die Antwort. Es ist nicht das was ich erwartet habe. Aber es ist wenigstens eine reale Wahrheit. ? schreit es leise aus mir heraus.
Mein Herz ist gekr?nkt. ?Du verstehst noch immer nicht.? antwortet es mir beleidigt. ?Du hast gek?mpft, Du hast diesem Ort Dein Licht geschenkt. Aber es hat einfach nicht gereicht. Du solltest nach einem anderen Ort Ausschau halten. Wir brauchen Dich. Und Du brauchst mich. Je mehr Du das leugnest, je mehr Du gr?belst, warum Du diesen Ort nicht retten konntest, je mehr nimmt die Dunkelheit von Dir Besitz ein. Das darfst Du nicht zu lassen!
Vielleicht haben wir zu lange gewartet. Wir h?tten eher aufbrechen m?ssen. Nun wird es ein langer und beschwerlicher Weg.?
Ich ahne das mein Herz Recht hat. Und fast verfalle ich in die alte Trotzigkeit.
?Unwissenheit, sch?tzt vor Strafe nicht. Auch wenn Du nicht wirklich unwissend bist.? meint es ruhig.
?Werde ich mein Licht wieder finden?? frage ich mein Herz ?ngstlich. ?Ich wei? es nicht. Ich hoffe es. Der Abschied fiel Dir sehr schwer. Du hast viel zur?ck gelassen. Wir m?ssen weiter suchen. Wenn wir jetzt aufgeben, wird alles bald von der Dunkelheit eingenommen sein und dann gibt es auch f?r uns keine Hoffnung mehr.?
Danach sind wir lange stumm. Ich wei? nicht seit wann wir schon unterwegs sind, doch es kommt mir wie eine Ewigkeit vor. Ich bin unf?hig etwas zu sagen. Mein Herz sp?rt meine Hilflosigkeit. Nur ich allein kann das Licht finden. Doch ich irre umher und f?hle mich leblos. Langsam h?llt es mich ein. Dieses Nichts. Diese endlose Leere.
Mein Herz ist traurig.
?Lass uns Rast machen. Wir sind beide ersch?pft.?


Wir verbringen viele Tage und N?chte in dieser Dunkelheit. Ab und zu ruhen wir unsere m?den Knochen aus, doch die meiste Zeit wandeln wir schweigend neben einander her. So vergehen Tage und Wochen.
Wir sprechen nicht. Nur ab und zu h?rt man wie ein Seufzer in die Nacht hallt. So vergehen Tage und Wochen.
Eines Nachts, nachdem wir wieder Rast gemacht haben, raffe ich mich auf.
?Es ist meine Dunkelheit, nicht wahr. Genauso wie ich einst Licht schenkte, schenke ich nun Dunkelheit.?
?Ja.? antwortet mein Herz. ? aber Du bist nicht unwissend. Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir m?ssen uns in Geduld ?ben. Du scheinst zwar verloren, aber Du bist es nicht. Du musst Dich in Geduld ?ber, dann erkennst Du den Weg von ganz allein.? Ich bin noch immer ratlos.
Ich sch?ttle meinen Kopf, als w?rde ich versuchen die Last gleich mit abzuwerfen. Das ist mein Fixpunkt, denke ich erneut. Ich bin fort gegangen um mich zu retten. Um mein Herz zu retten. Das ist die Antwort. Daf?r war es gut. Durch all meine Traurigkeit hindurch, sehe ich doch einen Sinn. Es gibt noch Hoffnung, genau wie mein Herz gesagt hatte. Und als ich mich ansehe, f?hle ich mich nicht mehr starr und leblos. Die bleiernen Schwaden haben sich gelichtet, irgendwann in diesen Tagen und ich h?tte es fast nicht mehr bemerkt.
Die Dunkelheit kl?rt sich. Viele endlose Tage sind vergangen. Und an jedem Tag habe ich die Dunkelheit herausgefordert. Habe mich ihr gestellt. Selbst als ich starr und leblos war. Ich habe in meinen Gedanken gek?mpft, mit meiner Hoffnung, die ganz allm?hlich meine Liebe wieder fand. Ich habe Abschied genommen und meine Erinnerung verblasst langsam in den Nebeln. Sie ist nur noch ein ferner Ort, an dem einst Licht war und der nun dunkel ist. Ein Punkt am Horizont, der kleiner wird, bis er schlie?lich ganz verschwindet.
Es wird langsam wieder hell. Mein Herz ist stumm. Ich habe es kaum vernommen, aber jetzt ist es wieder stumm. Ob es mich wohl wirklich verlassen h?tte? Aber ich wage kaum daran zu denken.
Es war an der Zeit zu gehen, denke ich mir. Die Argumente sind gut. Verdammt gut. Bis zum n?chsten Fixpunkt.

21.2.06 11:20, kommentieren

Tanzen


Tanzen. Immer weiter tanzen, hatte Haruki gemeint. Und ich tanze bis sich das Leben bunt dreht, doch tief drinnen erf?llt es mich nicht. Ich tanze damit ich die Zeit totschlage, bis ich wieder aufspringe auf das Rad des Lebens. Aber es ist wie eine Fatahmorgana zu der ich haste und eile in Euphorie um nichts zu finden, wenn ich ankomme, ein Bild das der Wind tr?gt und dem ich hinterlaufe wie einem Drachen, dessen Band ich loslie? in der Verz?ckung seiner Flugk?nste. Dieser kleine unachtsame Moment, der bewirkt das ich renne und falle und wieder aufstehe und immer noch den Drachen sehe, wie er davon schwebt h?her und h?her und h?her. Ich weine leere Tr?nen f?r leere Menschen, in leeren Zeiten. Nach au?en hin tanzen, immer weiter, nur die F??e nicht still halten, hatte Haruki gemeint. Ich halte nicht auf, ich tanze, ja ich renne und tanze und fliege durch die W?sten die ich durchquere. Damit ich die D?rre nicht wahrnehmen muss und doch schmecke ich sie in meinem Mund, auf meiner Haut, in jedem Moment, in dem ich versuche diese W?ste unbeschadet zu ?berstehen. Doch niemand schafft es bei Kr?ften zu bleiben auf einer Durststrecke. Es ist alles weit weg, solange man nicht hinsieht, eher ein Film und ich bin der Beobachter, der Statist in seiner Pause, der den Gro?en lauscht und diese bewundert und doch niemals mit Ihnen tauschen w?rde. Ich kann mich nicht verstecken. Ich kann es nicht l?nger ignorieren. Ich haste und begreife nichts. Ich renne durch mein Leben, sprunghaft und unkoordiniert, das ich mich verlasse und vergesse. Das ich alles nehme, solange es nach Leben aussieht, das ich selbst in die Feuer fliehe, nur damit ich f?hle und wenn es brennender Schmerz ist, aber es ist keine Stagnation, keine Wirbellosigkeit die mich abt?tet.


Tanzen, immer weiter tanzen.

21.2.06 11:22, kommentieren

Wir m?ssen uns verschwenden oder Die Revolution


Von aller revolution?rer Lyrik, die ich je gelesen habe, hat mich eine Geschichte ganz besonders fasziniert. Es war nicht das Hauptthema des Buches, doch als Randhandlung aussagekr?ftiger als das gesamte Buch. Ein junger Mann lebt Anfang der 40iger Jahre in Prag. Er ist ein gew?hnlicher junger Mann, mit naiven Tr?umen und radikalen Umsetzungen, wenn es um deren Verteidigung geht. Dieser junge Mann ist erprobt in seiner Au?enseiterrolle, jedoch klug und gewandt und wei? sich einer gewissen Rethorik zu bedienen. Sein Kampf bestand bisher darin sich im Umgang mit seinen Mitmenschen zu erproben und er erlangt Anerkennung indem er sich seines Talentes besinnt und Gedichte schreibt, sch?ne Gedichte von treuer Kameradschaft und kommunistischen Arbeitertr?umen, vom Umbruch und Neuanfang . Er ist besessen von Dramatik und Tod. Dem Heldentod. Und wenn er ihn als Dichter stirbt so ist das Ruhm und Anerkennung in soweit, das doch gerade die Dichter das Sprachrohr der Revolution sind. Er schreibt auch ?ber die Liebe obwohl er diese nicht so recht versteht und auch bis zu seinem Tod nicht verstehen wird. Er hat ein M?dchen, diese er auch nur deshalb liebt, weil die Umst?nde es dazu gebracht haben und der er gegen?ber Loyalit?t an Stelle von wirklicher Liebe treten l?sst. Doch da er nur Loyalit?t kennt deutet er es als Liebe, als seine Hingabe und seine Pflicht sie zu besch?tzen, wenigstens sie zu retten. Sie ist sein Besitz und er duldet sie nur in der Rolle zu der er sie macht. In seiner Loyalit?t verr?t er eines Tages seine Liebe, diese wiederum ihn belogen hatte, um ihre Untreue zu verschweigen, die er, der Dichter, nie geduldet h?tte. So begeht er Verrat aus Tugend heraus, sie jedoch Verrat aus Selbstsucht. Er stirbt bevor er ?berhaupt erfahren kann, das sie Verrat an ihm begangen hat, in dem Glauben seine Liebe aus Rebellion und f?r die Revolution geopfert zu haben. Er stirbt den Heldentod, einen fiktiven Heldentod, denn sein Verrat, war entstanden aus ihrer L?ge, aus ihrem Verrat. Doch f?r ihn wird es der ewige Heldentod sein, den er starb, denn er wird es nicht mehr wissen. Er starb nicht als Edelmann und Held, sondern als Verr?ter seiner Liebe, die ihn ebenso verraten hatte. Ist das nicht kontr?r. Die gleiche Geschichte und zwei verschiedene Ansichten, die unterschiedlicher nicht sein k?nnten. Recht haben beide, der Dichter der seinen Heldentod stirbt und jene die ihn nicht als Edelmann sterben sahen. Doch vergessen wir nicht, das er f?r seine Grunds?tze k?mpfte und sie aus ?berzeugung heraus verriet, weil er sich als der Ritter des Rechts sah gegen jene die dagegen verstie?en und damit gegen die Erneuerung, gegen die Revolution. Also ist es Ehre die ihn bewahrte und intuitiv seine Liebe verraten lie?, die ihn so schmutzig betrog und ?berall dem eine L?ge erfand und ihm damit erst zum Revolution?r der seine Revolution bedroht sah, machte. Er war bereit f?r diese ?berzeugungen zu sterben und tat dies auch, er hat sich ausf?llen lassen, mit fanatischen Gef?hlen, die seine Naivit?t begeisterte. Ein Narr, der k?mpft und schreit und nur die Parolen kennt, aber nicht einmal wei? f?r welches Heer er es schreit. Es schreit nur aus ihm heraus, weil er selbst nie akzeptiert war, aber hier als Revolution?r kann er sich ganz finden, muss sich nicht f?gen, nur schreien und f?hlen. Seine Gef?hle vernebeln seinen Verstand und es macht ihn zu einer Marionette seiner selbst der er nur ein Kind der Abneigung war, die er so sehr sp?rte. Seine kl?glichen Versuche der Integration in diese ?u?ere Welt, die er nur in der Rolle des Revolution?rs betreten konnte, denn diese Maske glich so sehr all den anderen das der Unterschied nicht auffiel, scheiterten doch stets an seinem Anderssein. Tief drinnen, ohne diese Maske und das wusste er, war er nur der Gemiedene, dem das Anderssein so schwer lastet, das er die Ketten nicht zu durchtrennen vermag die ihn bewahren vor dem Eintritt in diese Welt, die er so liebt, die er so f?rchtet und die er hasst. So verf?hrt ihn sein hei?es, inniges Dr?ngen nach dieser ?u?eren Aufmerksamkeit an der er sich so messen will und die nicht einmal eine Messlatte f?r ihn hat, denn er steht schon l?ngst dar?ber und begreift nicht, das er nicht dahin zur?ckkehren muss, sondern davor fliehen sollte. Nein, er w?hlt den Heldentod, der verblasst ist ?ber die Jahre, unbedeutend und schnelllebig wie es unsere Zeit eben ist. Wie alle Zeiten es waren. Jede Zeit hat ihre Revolution, aus der neue Kinder geboren werden und ein paar wenige streifen unsere Gedanken, als Erinnerung, wie ein gelblich verblichenes Foto.
Seine Hingabe macht ihn so einzigartig. Er hat sich verschwendet in seiner Hingabe, selbst in seinem Verrat ist er sich treu geblieben bis in den Tod, gleich welche Anerkennung dies auch immer zur?cklie?, f?r ihn ist es Hingabe stets und immer und unaufh?rlich nach der er lebte. So m?ssen auch wir diejenigen verraten, die uns verraten w?rden, es vielleicht l?ngst haben und es ruft uns zu Achtsamkeit auf. Wir m?ssen uns verschwenden f?r all die Tr?ume und all die ungelebten Gef?hle, die auf uns warten, wenn wir den Verrat nur rechtzeitig erkennen. Das ist unsere Revolution. Nicht Anpassung sondern Hingabe fordert uns auf einen Schritt weiter zu gehen. Wir m?ssen uns verraten lassen, damit wir angehalten werden weiter zu k?mpfen, nicht nachl?ssig zu sein in unserer Rebellion, gegen die ?u?ere Welt. Wir m?ssen sie besetzen, wie Filialen, die langsam wachsen, das Wort ergreifen oder nur als stille Mahner unseren Weg kreuzen. Der Strom ist gro? und breit und jederzeit k?nnte man hineinspringen und sich mit treiben lassen, doch diese Bequemlichkeit allein w?re Verrat. W?rde sie uns nicht tot sagen und w?rde sie uns nicht jeden freien Gedankens berauben, weil sie unsere Freiheit ersetzt mit Ablenkung und Abh?ngigkeit aus der wir nicht mehr herausfinden, und die uns f?gig macht. In F?gung zu leben und nicht in Hingabe, macht uns das nicht zu jenen die Hierarchie tragen und nicht jenen die Hierarchie brechen um Freiheit und Hingabe an dessen Stelle treten zu lassen? Wir m?ssen unsere Seelen verschwenden f?r diesen Kampf uns zu wehren. Denn unser Tanz der Freiheit schafft Verschwendung die wir selbst sind und an der wir uns laben sollen, bis wir trunken sind von Wonne und Gl?ck, von unserer Revolution. Von unserem Anderssein. Meine Parolen sind eure Parolen in unserer Revolution.
So ist des Dichters Geschichte, die des Revolution?rs, auch meine Geschichte. Aus den Tr?umen heraus ist er von einem Mann der Verse und Worte zu einem Mann der Tat geworden. Fast unmerklich hat er die Welt betreten, zu der man ihm nie Einlass gew?hrte, hat sie ver?ndert, gepr?gt ob nun mit oder ohne Maske. Ein Mann der Tat und ist nicht Revolution Tat? Unsere Gedanken, werden zu unseren Worten, zu unserer Handschrift, zu unserem Leben und letztlich zu der Welt in der wir leben, mit allen Wahrheiten und allen L?gen. Denn das sind wir. Die Revolution naht, wie ein Donnergrollen, noch sind es Gedanken, bald schon Worte, denn sie formieren sich schon, bereit unsere Handschrift zu tragen, bereit in die Tat umgesetzt zu werden. Die Parolen sind geschrieben. Freiheit der Hingabe, Freiheit dem Andersein, Freiheit denen die Hierarchie brechen werden, Freiheit der Wahrheit. Unsere Gedanken, werden zu unseren Worten, zu unserer Handschrift, zu unserem Leben, zu unserer Welt.

21.2.06 11:23, kommentieren


Nur ein Moment, nur eine Vision
Zwischen Himmel und Erde
Meine Seele gleicht dem roten Mohn
Auf unber?hrten Wiesen, wie Farbtupfer, wild und sch?n
Ich segle in den Wolken, zu den Sternen
weiter hinauf
In eine ferne Welt
Zwischen Tag und Nacht
Und mein Lachen dringt hindurch


Ein Narr, ein Narr der lacht !

21.2.06 11:25, kommentieren


Licht scheint durch die Dunkelheit oder Die Ausgleichung


Es war an einem Mittwoch. Ein ganz gew?hnlicher Tag, nichts was dem Geiste, meinem Geiste, in die Quere kommen konnte, nichts was mein Gleichgewicht an Melancholie und Euphorie h?tte st?ren k?nnen. Ich war versunken in l?hmende Ablenkung von Unbedeutsamkeit und meine Gedanken richteten sich voll Wut und Entt?uschung gegen jenen Menschen, der mich, noch an diesem Tag, zu meiner Ausgleichung f?hren sollte, in ernsthafter Freundschaft oder mehr Kameradschaft. Ja, er wart mir mehr ein Kamerad, als nur ein Freund. Bis zu diesem Zeitpunkt, in dem ich nichts ?ber ihn wusste, was ich bisher gedacht hatte zu wissen, hatte ich ihn verurteilt. In seiner Art Dinge realistisch zu sehen, Dinge anzupacken. Er war der Revolution?r, den ich verkannt hatte.(Und mein schlechtes Gewissen plagt mich!). Er k?mpfte um die selbe Freiheit, nur sein Weg war ein anderer. Sein Ziel indessen mit dem meinem sehr wohl identisch Ich sch?mte mich f?r meine bisherige Ansicht und dankte ihm auf dem Heimweg wohl mehr als einmal f?r dies und das, denn ich konnte meinen wahren Grund nicht nennen, nicht nach so viel Loyalit?t die er mir entgegen gebracht hatte. Alles im Leben ist ein Zufall. Ein Zufall der Bestimmung ist. Paolo Coelho nannte es Weltenseele, Haruki es den Schafsmann und unsereins wohl das Schicksal. Doch es war viel mehr als das. Es war die Ausgleichung, die man sich im Laufe des Lebens verdient. Sie korrigiert all die Verbindungen die in Sackgassen enden, einfach, mit einer neuen Verbindung, die allem eine ganz neue Bedeutung gibt, einen anderen Blickwinkel, etwas das mich begreifen l?sst, all die Zusammenh?nge die hier sind, die da sind und die ewig sind. Es war bereits gegen Abend als wir eintrafen. Ein ganz gew?hnlicher Tag, mit ganz gew?hnlichen Menschen sollte es werden und das war es auch. Eines jener Momente, die unerwartet in mein Leben treten, die ich nicht vorhersehen kann, die ich nicht steuern kann und schon gar nicht kontrollieren. Sie sind einfach da und verweilen nachhaltig in den Gedanken, in den Erinnerungen, wie ein gelblich verblichenes Foto. Wir hielten schlie?lich vor einem der sich aneinander reihenden Jugendstilh?user, die sich endlos und verwinkelt durch kleine, enge Stra?en zogen, das von hastigem Treiben erf?llt war und dem Ganzen Leben dort ein Gef?hl der kribbelnden Vorfreude verlieh. ?berall Gr?ppchen von Menschen, jeder erf?llt von einer anderen Emotion. So entgingen mir nicht die beiden M?dchen, die mitten auf der befahrenen Stra?e uns aufgeregt entgegen liefen. Doch der erste Eindruck t?uschte. In unserer anf?nglichen Verwirrtheit (und der Mensch ist nun einmal neugierig), glaubten wir das die M?dchen in ihrer Erregung und (sichtbaren) Schockierung auf uns zu rannten, doch sie hasteten vorbei, die eine die andere st?tzend, die erb?rmlich sich kr?mmte und schluchzte (ihr Gesicht war tr?nenverschmiert und die Offensichtlichkeit ihrer aufgew?hlten Seele war f?r jedermann sichtbar). Ich sah den beiden nach, als wir uns ein St?ck weiter einer Ansammlung von Jugendlichen (etwa dem Alter der M?dchen), die heftig zu diskutieren schienen, n?herten und diese sich nach einiger Beobachtung wohl in einer gr??eren Auseinandersetzung miteinander befanden und ich eine Pr?gelei vermutete, was auch das Verhalten der M?dchen erkl?rte. Doch eh ich noch dar?ber nachdenken konnte, parkte der Wagen bereits in einer der weiteren Nebenstrassen und die Gruppe von Jugendlichen war von hier aus nicht mehr auszumachen. Ich kramte nach meiner Tasche , meinen Zigaretten und weiterem Utensil, das ich gedachte gebrauchen zu k?nnen an diesem Abend, zu dem ich keinen Bezug hatte, zu dem ich keine Relation besa?. So erwartete ich nichts oder hatte mir dar?ber noch nicht wirklich Gedanken gemacht. Wir liefen einige Meter und betraten dann den Eingang eines der wei?en Mietsh?user. Die alte, gr?ne Holzt?r stand halb offen und es erweckte den Eindruck das diese T?r hier nicht oft verriegelt wurde von kleinb?rgerlichen Mietern, die auf ihr Anrecht der kleinb?rgerlichen Idylle bestanden und in dieser Abgrenzung, in diesem Ausschluss ihre kleinkarierte Welt definierten. Dieser Eindruck war gut und ich f?hlte mich wohl. Die T?r f?hrte durch einen breiten, steinernen Hausflur an dessen Ende sich eine weitere Fl?gelt?r befand, durch die man in den begr?nten Hof gelangte. Mein Begleiter verschwand in einem der Hauseing?nge und ich folgte ihm hastig, da ich ja nichts wusste von dem was mich erwartete oder was ich erwarten sollte. Er klopfte im Erdgeschoss an eine der T?ren und als sich daraufhin niemand meldete kehrte er zur?ck in den Hof und begr??te nach kurzem Suchen ein junges M?dchen, die sich sichtlich freute ihn zu sehen. Sie verfielen in ein kurzes Gespr?ch und sie stellte sich mir als eine enge Freundin von meinem Begleiter vor. Ich mochte sie. Nicht das ich sie kannte oder von ihrem ?u?eren h?tte auf irgendetwas von ihr schlie?en k?nnen, es war ein Gef?hl, eine Intuition, die sich auch an dem weiteren Abend best?tigen sollte. Sie w?re nichts Erw?hnenswertes gewesen, h?tte ich sie auf irgendeiner Stra?e gesehen. Doch hier und jetzt in diesem Zusammenhang mochte ich sie und ihre Offenheit machte mich aufmerksamer. Der Hof war gem?tlich, ein Zuhause dessen W?rme man sp?rte. Der hintere Teil war zu einer Sitzecke umfunktioniert worden, die unter einem kleinen Schauer stand und in der wir Platz nahmen. Es war ein kalter Sommer gewesen. Regen und frostige (f?r diese Jahreszeit!) Winde gaben sich die Hand und oft genug hatte ich diesen Sommer verflucht, weil er so sehr das spiegelte, was ich war, was ich f?hlte. Eine melancholische Verlorenheit die ich sp?rte und die allgegenw?rtig war. Doch hier war eine andere Welt, in der andere Gesetzte galten. Sie hantierte eifrig, s?uberte den Tisch, erz?hlte ?berschw?nglich von aktuellen Ereignissen und fragte mich dies und das und ich l?chelte und mochte sie einfach. Wenig sp?ter kam sie beladen mit Wein und anderen Getr?nken, Gl?sern, Besteck und unz?hligen Sch?sseln und Tellern, auf denen sie Speisen liebevoll zubereitet hatte und schnatterte dabei fr?hlich vor sich her, mal mit meinem Begleiter, mal mit mir, als sich der Blick meines Kameraden auf zwei junge M?nner heftete, seine Gesichtsz?ge begannen zu schmunzeln und alsbald erhob er sich und ging freudig auf einen der beiden zu und begr??te ihn herzlich. Das Gesicht von seinem Freund war verdeckt von dem Motorradhelm, den er trug. Der Mottoradhelm verschwand in einem anliegenden Schuppen und mein Begleiter folgte ihm und eine Weile h?rte man nur gesch?ftiges Gemurmel, das ich aber nicht zu verstehen vermochte. Dann passierte etwas was ich bis heute nicht begreife, was ich hinnehme und was ich bewahre, als einen der Momente an die ich mich erinnern werde, erinnern will, eines sch?nen Tages, wenn dies alles nicht mehr meine Suche ist. Er stand vor mir, sein Freund, diesmal ohne Helm und als er sich mir vorstellte, traf sich unser Blick, wie der Blick von tiefem Verst?ndnis, von allem was nicht der Regel entspricht. Er war gro? gewachsen und schlank und seine halblangen, blonden Haare fielen ihm leicht in die Stirn. Sein L?cheln verriet seine Hingabe, seine Suche und ich f?hlte mich so stark zu ihm hingezogen, das all die Bilder vorbeiflogen, die ich tief drinnen sch?tzte, im Bruchteil einer Sekunde und mein erster Gedanke war Faszination , die ich auch von ihm sp?rte. Sein Blick ruhte auf mir, wie ein z?rtlicher Kuss und jedes mal wenn unsere Blicke sich trafen war es mir als w?rde ich ihn mit jedem dieser Blicke besser kennen, als w?re er mir nie fremd gewesen und ich sp?rte dasselbe bei ihm. Wir unterhielten uns wie zwei Menschen die sich nicht kannten ?ber all das Unwichtige, lasen zwischen den Zeilen das Wichtige und l?chelten uns an in tiefer Sehnsucht und in tiefem Verlangen. Wir kn?pften erste Bande, die diesen Abend noch gesprengt werden sollten. Von beiden Seiten. Uns verband Freundschaft, Liebe, Hingabe, Sehnsucht. In mir keimte die Saat der Hoffnung auf und ich versuchte geschickt mehr ?ber ihn zu erfahren und trotzdem nicht den Anschein zu erwecken, all zu ?bereifriges Interesse an ihm zu haben. Und in diesem Moment, als sich unsere Bande verst?rkten und unb?ndiger Drang hinzu kam, diesen Menschen als etwas Besonderes nicht so schnell wieder entwischen zu lassen, war sie sein. Sie k?ssten sich vertraut, ber?hrten sich und sein Blick warf eine Traurigkeit auf, die ich nie zuvor in den Augen eines anderen gesehen hatte. Ebenso senkte sich mein Blick, doch ich empfand keine Eifersucht, keine Entt?uschung, ich verstand dies als etwas Un?berwindliches, das ich aber nicht verachtete, vielmehr sp?rte ich, das es schade war um diese Chance, das aber alles so, genau so hatte sein sollen. Sein Blick, unser Blick, sein L?cheln, mein L?cheln, unsere Verbundenheit. Und sie. Sie an seiner Seite, f?r eine ?Ewigkeit? schon, wie ich sp?ter erfuhr und ich hob meinen Blick und sah immer noch dieselbe Hingabe, dieselbe Sehnsucht, denselben Blick, der auf mir ruhte wie sein z?rtlicher Kuss auf meinen Lippen. Im Laufe des Abends nahm ich mich zur?ck, erweckte nicht den Eindruck an ?berschw?nglichem Interesse und doch kn?pften sich die Bande enger. Wenn ich ihn ansah, wie er rezitierte und erz?hlte, so sah er mir dabei zu wie ich lachte und scherzte und Freundschaften schloss, nicht f?r ein Leben, aber f?r diesen Abend. Wann immer wir uns ansahen, blickten wir tief und es bedurfte keiner Worte um zu sehen, wonach wir uns sehnten, wonach wir suchten. Sein L?cheln war mir ein warmer Sonnenstrahl auf meinem Gesicht. Er selbst war die Sonne und ich der Mond und gemeinsam wandelten wir in unserem Universum, wo wir zusammen sein konnten, ohne fremde Blicke, ohne den Eindruck an ?berschw?nglichem Interesse. Ich verbrachte einen wundervollen Abend mit ihm, mit ihr und mit all den anderen, die ich nicht einmal wahrnahm, obwohl ich ausgelassen mit ihnen an ihrem Leben teil hatte und sie mich herzlich dazu einluden. Ich mochte sie alle. Alle. Der Abend schritt voran mit gro?en Meilenstiefeln und es war Zeit zu gehen. Ich ?berredete meinen Kameraden noch ein St?ndchen hier zu verweilen und dann den Heimweg anzutreten. Er willigte ein und sein Freund dr?ngte ihn ?ber Nacht zu bleiben, doch er sprach mehr mit mir als mit ihm. Als mein Begleiter bedauerlich verneinte, l?chelte er verstohlen und blickte mir tief in die Augen. Ich kannte diesen Menschen nicht einmal. Ich verstand seinen Blick und er fragte mit leiser Stimme nach einem Wiedersehen. Ganz unter Freunden und ohne ?berschw?ngliches Interesse. Wenig sp?ter verschwand er in der T?r im Erdgeschoss und ich folgte ihm nach einer Weile und traf ihn in seinem Zimmer, wie er nach neuer Musik kramte, um die Gesellschaft zu unterhalten. Wir verfielen wieder in dieses Gespr?ch voller Unwichtigkeiten, lasen das Wichtige zwischen den Zeilen und als ich schon am Gehen war, dr?ngte mich mein Gef?hl in zu umarmen. Nichts unverf?ngliches, nur eine Geste f?r einen sch?nen Abend an den Gastgeber und seine Gastgeberin. Wir schlossen uns innig in die Arme, k?mmerten uns nicht darum ertappt zu werden und er fl?sterte ich solle meinem Kameraden davon nichts erz?hlen. Er hielt mich lange an seinen K?rper gepresst und ich sp?rte seine Erregung, die sich in meiner wiederfand. Ich k?sste ihm den Hals, erst wie den eines guten Freund, dann wie ein sehns?chtiger Abenteurer, bis sich unsere Blicke erneut trafen und wir handelten und nicht mehr dachten. Unsere Lippen verschmolzen hungrig aufeinander, flossen ineinander und wir k?ssten uns so leidenschaftlich, das sein K?rper bebte und er meinen nur noch fester umschloss. Wir k?ssten uns immer wieder, auf einmal in vertrauter Ber?hrung zueinander und er gab sich dem Gef?hl, dieser Sehnsucht ebenso hin wie ich es tat. Seine H?nde glitten ?ber meinen K?rper und f?hlten all die Blicke, all das Verst?ndnis, das wir gesp?rt hatten. Ich wand mich ab, in seinem L?cheln und in meinem L?cheln, ber?hrte ihn ganz sanft, floh zur?ck in seine Arme und k?sste ihn mehrmals kurz und liebevoll auf seine Wangen, auf seinen Mund, auf seinen Hals. Er hielt meine Hand bis sie sich aus seiner Umklammerung l?ste und ich die Treppen hinauflief, hinaus auf den Flur, der in sch?tzender Dunkelheit uns noch einmal vereinigte in dieser Vertrautheit, in der unsere Leidenschaft zueinander nur noch wuchs. Sein Kuss f?llte mich aus, bis in jene dunklen tiefen Nischen meiner Seele und er war mein wie ich die seine war, nur hier und jetzt. Doch ?ber all dem Verbotenen was er getan hatte und was ich getan hatte, f?hlte ich mich nicht wie ein Narr der sich in die Fluten der Euphorie st?rzt, sondern ich f?hlte Reinheit, Aufrichtigkeit, dem dr?ngenden Gef?hl, dem Schafsmann, der Weltenseele, dem Schicksal nachgegeben zu haben. Denn sie sind meine Bestimmung. Er war meine Bestimmung und wenn auch nur f?r diesen Abend. Diese Verbindung war meine Ausgleichung. Jener Moment der alles wieder richtet, der mich aus all den Irrg?rten heraus f?hrt und mir etwas Bleibendes schenkt. Ich will nicht seine Seele, ich will nicht seine Liebe und ich will ihr vor allem nichts nehmen. Es war die Weltenseele, der Schafsmann, der diese Ausgleichung schaffte, die all meine Trauer verwischte und mich zur?ck f?hrte aus der Dunkelheit. Nicht die Gr??e des Gef?hls, das Ewigkeit verspricht, all zu schnell verspricht in jenen Momenten, f?hrte mich zur?ck zu jenem Licht, was ich verloren geglaubt in der Dunkelheit, sondern jene einfache Intuition, jene Hingabe, jene Leidenschaft, jene Liebe, die zeitlos ist, die ohne Regeln ist, die meine Ausgleichung ist.

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Die Ausgleichung II ? Der Verrat


Es ist ganz leicht Verrat zu begehen, indem man das Gef?hl missachtet an dem die Ausgleichung endet. Getrieben von heilenden Narben und deren Genesung voran zu bringen, klammert man sich an dieses Gef?hl, das die Ordnung wieder herstellt, das das Gleichgewicht aufrecht erh?lt als Wegbereiter f?r die Hoffnung.
Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt.
Genau in diesem Moment, trifft uns die Ausgleichung. Es ist kein von uns projiziertes Gef?hl, auch wenn wir noch so oft versuchen w?rden uns so zu f?hlen, w?rde die Weltenseele schweigen, sie erkennt wann die Verbindungen gesponnen werden m?ssen, es ist also ein ?berirdisches Ph?nomen, es liegt in der Vorsehung, es handelt nur in der Vorsehung und zwar ohne unser Zutun. Es hebt uns wieder an unseren Platz zur?ck, in unsere Verbindungen, die irgendwo fehlgelaufen sind oder genauso sein sollten.
Als mich die Ausgleichung traf, war ich wie verzaubert, gewann meinen Glauben zur?ck, es war tr?stend in dieser Verlorenheit, die keine war und die mich voran dr?ngte in meinem Leben, wie ein Sog aus dem man nicht entfliehen kann, weil man nur die Kraft besitzt sich zu wehren, nicht zu fliehen. Ich hielt daran fest und wollte nun meinerseits dieses Gef?hl voran treiben, es nutzen solange wie diese Achterbahnfahrt auch andauern mochte, ich wollte solange darin verweilen wie ich nur konnte.
Ich wollte an den Ort zur?ck kehren an dem ich diese Ausgleichung gefunden hatte. L?ngst schon war ich wieder in meinen Verbindungen, doch wie gel?hmt war ich noch berauscht und glaubte die Ausgleichung ein zweites Mal zufinden. Doch es war weniger die Ausgleichung, als deren Bedeutung und Sinn, denn ich begreifen wollte. Ich griff also nach den Sternen, denn ich wollte noch mehr Ausgleichung, eine Bestimmung die mich dahin f?hrte und die meine Ausgleichung zu meinem Schicksal machen sollte. Irgendetwas das ?ber dieses Gef?hl, die Ordnung wieder herzustellen, hinausging, etwas das es erweiterte, vollendete. Ich musste diese Chance wahrnehmen, ich musste die Antwort kennen. Und wiederum, getrieben dieses Gef?hl auszuweiten und zu dehnen, war nicht ich es die den Zeitpunkt festlegte an diesen Ort zur?ck zu kehren, sondern die Verbindungen, die Zuf?lle, die Bestimmungen in meinem Leben. Den Tag an dem ich zur?ck kehren wollte, hatte ich mir genau ausgemalt, hoffte und wartete in Vorfreude darauf, kalkulierte die verbleibende Zeit mit Ablenkung, obwohl genau dieses Ereignis auf das ich hoffte meine Ablenkung war. Ich freute mich also in Ablenkung auf die Ablenkung.
Ich kauerte auf dem Asphalt des kleinen Parkplatzes vor dem Proberaum und wartete. Es war eine spontane Idee, die mich dazu getrieben hatte oder vielmehr die Ablenkung vor der eigentlichen Ablenkung, hierher zu kommen. Dieser Ort war eine Zuflucht, hier war die Quelle aller Musik f?r mich, den hier entstand ein Teil von einem gro?en Ganzen. Es ging nicht um Ruhm oder Erfolg sondern um eine Hingabe eine Leidenschaft die ich in diesen R?umen fand und die mich ausf?llte, die mich ersch?pfte und die gl?cksselig taumelnd auf mich ?berging. Hier f?hlte ich mich vollkommen frei. Eine andere Welt vor deren T?ren ich nun sa?, auf warmen Asphaltboden inmitten des Platzes. Die Stille um mich herum, war keine Stille h?rte man doch genauer hin, war sie erf?llt von soviel W?rme und Gro?z?gigkeit, soviel Frieden. Ein wahrlich seliger Ort, in dem ich mich so gern zur?ck zog. Es war niemand da, doch das st?rte mich nicht im Geringsten, im Gegenteil, hier zu sitzen auf dem warmen Asphalt reichte mir als Zuflucht. Ich war hier und nur das z?hlte. Und indem ich mir einredete nur hier warten zu m?ssen, bis jemand k?me und ich war mir sicher das jemand k?me, reichte mir ebenfalls. Ablenkung von der Ablenkung, besonders wenn sie anders verl?uft als man geplant hatte. So tr?umte ich vor mich hin, f?hlte mich gl?ckselig in meiner Melancholie und wartete auf meine R?ckkehr an den Ort meiner Ausgleichung, als mein Telefon klingelte und ich noch etwas benommen abhob. Am anderen Ende war meine Ausgleichung. Wieder einmal war sie mir zuvor gekommen, es war unm?glich sich nur irgendwie darauf vorzubereiten, als das man schon mitten drin steckt. Meine Ausgleichung forderte meine R?ckkehr. So verlie? ich meinen Zufluchtsort um in einen anderen zu fliehen.
Der Rausch, den ich gef?hlt hatte f?llte mich nun ganz aus, ich war wieder in diesem Taumel und verlor jedes Gesp?r f?r Warnungen. Die Weltenseele forderte mich auf, sie warnte mich, noch einmal, doch ich ignorierte dieses Gef?hl, getrieben von dem Sog der mich anzog. Diese Ausgleichung reichte nicht aus, dieses Gef?hl reichte nicht aus um mich zufrieden zustellen. Ich wollte Bestimmung, nicht Ordnung.
Es war schon sp?t als ich eintraf und er erwartete mich bereits. Er stand am Fenster des hell erleuchteten Zimmers und ich sah nur seine Silhouette und erst ganz allm?hlich erkannte ich seine Gesichtsz?ge. Er reichte mir die Hand und ich stieg zu ihm hinauf und hatte M?he ?ber den Fenstersims zu klettern, doch er hielt mich fest umklammert. Ich l?ste mich aus dieser Verankerung und schwang mich leichtf??ig hinauf und stand ihm wenig sp?ter gegen?ber. Seine Augen ruhten auf mir, diesmal nicht besonnen und verst?ndnisvoll, sondern erregt und taumelnd. Er nahm mich ?berschw?nglich in die Arme und k?sste mich. Ich erwiderte den Kuss, doch sp?rte ich meine eigene Halbherzigkeit in diesem Moment. Es bedeutete nichts. Keine Bestimmung, nur Ordnung. Ein tiefes Gef?hl ergriff mich, ich sehnte mich zur?ck an meinen Zufluchtsort, an dem ich noch vor ein paar Stunden verweilt hatte und an dem noch alles s?? und geheimnisvoll gewesen war. Nun war es kein Traum mehr, nun war es Realit?t.
All die Vertrautheit war mir so fremd, die er hier mit mir lebte. Ich sp?rte wie ich mich abwand immer und immer wieder, als er mich k?sste und ich empfand nichts als sich seine Erregung unterhalb bemerkbar machte. Ich lie? es geschehen, wehrte mich nicht. Es war kein Gef?hl mehr, kein Verst?ndnis was er mir vermittelte. Es waren zwei Menschen, die sich nicht kannten und er war mir so fremd, das ich mich an den entferntesten Ort den es nur gab w?nschte, fern von dieser Realit?t, die nichts mehr gemein hatte, mit dem was ich gef?hlt hatte, was meine Ausgleichung gewesen war. Ich begriff das nicht dieser Mensch meine Ausgleichung war, sondern das es der Zeitpunkt, das Gef?hl gewesen war, was ich empfunden hatte, nicht f?r ihn in diesen Moment, sondern in meinem Leben. Er spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle
Er war zwar ein Bestandteil dessen, nicht aber das Haupts?chliche um das es ging. Es war der Moment gewesen, der meine Ordnung hergestellt hatte, nicht er als Person. Ich hatte versucht indem ich einen Bestandteil dessen zur?ckhole, die gesamte Ausgleichung zur?ck zu holen und Bestimmung daraus zu machen. Die Weltenseele hatte mich gewarnt. Sie hatte meinen Verrat voraus gesehen.
Ich wand mich ab als er mich k?sste, immer und immer wieder und ich f?hlte meine Einsamkeit, die mich nur noch mehr von dem abschottete, was um mich herum passierte. Ich h?tte am liebsten Augen und Ohren zugehalten. Ich hatte Verrat begangen, indem Moment als er mich gek?sst hatte und ich mich nicht gewehrt hatte, als ich sp?rte das es keine Bedeutung mehr hatte, ich hatte Verrat begangen an meiner Ausgleichung, als ich mit ihm schlief und weit weg war. Er f?hlte nur meinen K?rper, er besa? nur meinen K?rper, denn meine Seele, die ich ihm offenbart hatte, war fort gegangen, zur?ck an einen seligen Ort, an dem er sie nicht erreichen konnte, denn sie war nicht f?r ihn bestimmt gewesen. Doch ich hatte zweifach Verrat begangen. In all meiner Euphorie hatte ich der Weltenseele vorgegriffen, hatte mir angema?t ?ber meinen Verbindungen zu stehen, hatte in der Hoffnung meiner Verlorenheit Bestimmung gesucht, ja erzwingen wollen, mit dieser R?ckkehr. Und ich habe Verrat an der Liebe begangen, an dem h?chsten, an dem mir gelegen ist. Der Liebe, f?r die ich mein Leben opfere, nicht weil ich dazu gedr?ngt wurde, nein aus innerster, ehrlicher ?berzeugung heraus. Ich habe meine Tr?ume betrogen, ich habe die Liebe betrogen. Dies alles war nicht aus Bestimmung oder aus Liebe heraus passiert, es war die Antwort die ich gesucht hatte und von deren Inhalt ich nun getroffen und entt?uscht war. Auch er hatte Verrat begangen an der Liebe, er durch mich und ich durch ihn. Wir haben das Besondere gegen das Gew?hnliche getauscht. Wir haben der Liebe die Reinheit genommen, die Faszination. Ich wand mich ab und schlief schlecht, erwachte, weil ich phantasierte und erschrak, als ich ihn noch immer neben mir fand. Ich w?rde diese Nacht ?berstehen. Ich w?rde mir meinen Verrat eingestehen, indem ich nicht wieder hierher zur?ckkehren w?rde. Ich war ?bermannt von dem Gef?hl schon jetzt zu fliehen, mitten in der Nacht, in die Dunkelheit aus der ich gekommen war. Ich ?berlie? den n?chsten Morgen meiner Routine und war froh das meine Vorbereitungen mir Zeit ohne ihn gaben. Meine Gedanken rasten und es zog mich fort, weit weg, noch weiter weg, als ich es mir letzte Nacht gew?nscht hatte. Wir fr?hst?ckten gemeinsam und seine unendliche Aufmerksamkeit l?hmte mich um so mehr, best?tigte mich umso mehr in meiner Flucht, auf die ich wartete, wie auf ein Zeichen. Der Verrat sa? tief und ich sch?mte mich. Ich wollte lieber Schmerzen leiden, als in dieser unertr?glichen Bedeutungslosigkeit zu verweilen. Er sah diesen Verrat nicht. Er nahm nicht einmal wahr, das ich schon l?ngst nicht mehr bei ihm war, es nie gewesen war, nur einmal kurz, als ich ihm am Fenster gegen?ber gestanden hatte. Sein Gesicht war nur ein Umriss gewesen, in seinen Blicken lag nicht das Gef?hl der Bestimmung, sondern der Unsicherheit, die man eben f?hlt, wenn man einem fremden Menschen gegen?bersteht, von dem man nichts wei?, mit dem einen nichts verbindet.
Ich werde nicht hierher zur?ckkehren. Es gibt zwei Arten von R?ckkehr. Die R?ckkehr die man auch Heimkehr nennt und die R?ckkehr, die man erf?hrt in Erinnerung an einen Moment, an ein Gef?hl.
Ich bin nicht heimgekehrt. Und wenn dann bin ich in eine Fremde zur?ck gekehrt.
Doch wie s?? ist der Duft von Heimat und wie gro? die Sehnsucht, die fort w?hrt und bleibt und ewig ist.
Die Ordnung ist wieder hergestellt.



Du bist noch hier, tief und allein, wie ich es bin.

21.2.06 11:29, kommentieren

Die Lehren Teil II



Der Sonne Abendrot
des Tages letzter Glanz,
still schimmert es durch die sich sanft wiegenden Bl?tter
hinauf zu den blassen H?geln
des Insel`s Charme h?lt mich hier gefangen
Es ist als ob der Wind deinen Namen tr?gt
?Heimw?rts! Heimw?rts!?
hallt es zu mir her?ber
Doch ach die traurige Seele nur ruft so laut
so unertr?glich laut
und nicht einmal hier mag ich dich vergessen
Nun sinne ich im heuer letzten Leuchten
so still, so laut
das ich es kaum ertragen kann
Es schreit und schl?gt und kann doch nicht hinaus
mein armes Herz
so gram, so bleich
und wie die letzten strahlenden Segel,
die verschwimmen in den Feuern des Horizonts,
entschwinden hin?ber in die schwarze Nacht
so gingst auch du fort deines Weges
?Hinaus! Hinaus!? in die graue, bunte Welt
so fr?ne ich dem Freisein
wie Du es tust
hinweg ?ber all den Schmerz
Ich bin noch hier, tief und allein, wie du es bist.





Du bist so fern, so weit sind wir gegangen, als das wir jetzt nicht mehr zur?ckfinden. Die N?chte sind nicht mehr so k?hl und fast schon f?hle ich mich wieder vollst?ndig. Vollst?ndig in meiner Unvollst?ndigkeit. Ich suche die Antwort, die keine ist, die W?nsche auf die man hofft, so bang, das man sich qu?lt in der Einsicht, das dies alles ein Kommen und ein Gehen ist. Diese Art von Verg?nglichkeit, die mich erf?llt. Ich bewahre meine Erinnerung, denn noch ist sie greifbar, noch ist sie nicht verblasst, noch regen sich die Bilder bunt und treibend in meinem Kopf, noch sp?re ich das sie mich begleiten auf meinem Weg. Einer Droge gleich ist diese Ablenkung die ich konsumiere und die mich abh?ngig macht, so sehr das ich nicht davon lassen kann. Und jedes Mal f?hrt sie mich weiter fort von dem was ich einst begehrte und liebte. Und in all dem mit dem ich vereint schien, bin ich gefallen. Nun endlich, in meiner Traurigkeit, habe ich erkennen m?ssen, das meine Freiheit, meine Liebe, mich fort f?hrte, mich verf?hrte, mich blind werden lie?, in Utopie und Euphorie. Es f?hrte mich fort von dem was ich einst erstrebte, nun da mich das Leben meiner unendlichen Narrheit belehrte bin ich frei. Eine Freiheit die meine Einsamkeit ist. Ich bin ein Reisender dieser Wege, dieser Tage, ohne Halt und ohne Zuflucht. Und das Ziel ist noch ungewiss. Einer l?hmenden Neugierde gleich, die mich so rastlos macht.

21.2.06 11:31, kommentieren

Gottes L?cherlichkeit


Ich habe die Menschen einst geliebt. Ich habe sie verehrt, habe mir vorgenommen die Welt, Gott und seine Gesch?pfe ernst zu nehmen. Sie zu lieben, Gott zu lieben. Doch heuer habe ich mich Gott entsagt, habe mich seiner Verantwortung entrissen. Habe mich losgesagt von diesem Glauben an seine Unfehlbarkeit. Die Menschen haben mich entt?uscht, haben mich meiner Seele beraubt, sie zerrissen und gef?lscht, bis meine Tr?nen sich nicht mehr gegen mich richteten, sondern gegen Gott, gegen seine Sch?pfung. Gottes Selbstgef?lligkeit, die mich angrinst aus den Gesichtern, aus dem Antlitz dieses B?rgertums, diese hierarchische Tr?gheit in die wir uns einfinden, mit der wir uns abfinden, aus der Dummheit der Menschheit, diese Halbherzigkeit, diese Missgunst die uns inne liegt, weil sie verankert ist in den Genen dieser Welt. Eine Welt in der das Gute mit dem B?sen verflochten ist. Diese Fassade, diese Sch?nheit, die zerf?llt, wenn man sie nur mit dem kleinen Finger ber?hrt und das ganze brache Elend dahinter freigibt. In all seinen Gesch?pfen, in all seiner Natur hat uns Gott betrogen von Anfang an. Er begrenzt unserer Dasein, begrenzt damit unsere Freiheit und wir geben uns dieser Gewissheit so gewissenlos hin, verhindern nichts, fragen nicht, stehen nur stumm und starr in unserer Ehrfurcht, in unserem Glauben, an seine F?hrung, an die Antwort die wie wir glauben nur er kennt. Diese Sch?nheit, diese Einzigartigkeit, die er uns offenbart und die unsere gro?e L?ge ist. Eine einzige l?cherliche L?ge. Und Gott ? Ja dieser selbstgef?llige Gott, der uns fehlbar schuf um seine Unfehlbarkeit, seine Vollkommenheit zu demonstrieren, seine Macht und seine Dummheit, denn wir sind ein Abbild Gottes. Und welch Ironie, das Gott vollkommen scheint, seine fehlbare Sch?pfung missbilligt und entschuldigt, indem er uns der Aufgabe verschreibt zur Vollkommenheit zur?ck zu finden. Und macht ihn das nicht ebenso fehlbar wie uns ? Warum sollte er in seiner Vollkommenheit, in seiner Unfehlbarkeit, Gesch?pfe schaffen die unannehmbar sind, die f?hig sind sich zu hassen, ja zerst?ren ? Welcher Logik entspringt diese Theorie. W?re es nicht besser in seiner Vollkommenheit, selbst etwas vollkommenes zu schaffen, statt etwas unvollkommenes, fehlbares? Und selbst wenn Gott dies beabsichtigt h?tte uns fehlbar zu machen, w?hrend er unfehlbar, vollkommen ist, bewei?t diese Anma?ung, sich von Anfang an ?ber uns zu stellen, nicht seine Unannehmbarkeit, seine Fehlbarkeit, seine Selbstgef?lligkeit, seine elendige Wirbellosigkeit? Es bedeutet die Demonstration seiner Macht, ?ber uns zu stehen, rein zu sein, vollkommen zu sein. Doch Macht hat nichts mit Vollkommenheit zu tun. Macht ist ein niederer Beweggrund, eine Unf?higkeit andere zu akzeptieren als gleichwertig. Und ist Gott unserer gleichwertig? Gewiss!!! Er schuf Gesch?pfe die intelligent genug sind ihr ?berleben zu steuern und dumm genug dies ?ber ihre Instinkte zu tun , die unf?hig sind sich von Gottes Verantwortung loszusagen, ihm ins Gesicht zu schreien, das er ein Versager ist, das seine Sch?pfung, seine hochgepriesene Sch?pfung nichts anderes ist als ein l?cherlicher Versuch, der fehlgeschlagen ist. In meinen Augen blitzt die Wut, das Unverst?ndnis ?ber diesen Versuch und ich beginne Gott zu hassen und seine Sch?pfung, die nicht erstrebenswert mehr scheint, sondern nur l?cherlich. Und ?ber all dem beginne ich auch mich zu hassen, denn ich bin ein Teil von dieser l?cherlichen Sch?pfung. Von Gottes L?cherlichkeit ! Ja ich schleudere ihm all das entgegen und entsage mich seiner Verantwortung. Ich brauche nicht Gottes Hand die mich f?hrt, denn sie f?hrte mich in meine eigenen Abgr?nde, sie zeigte mir nicht Gerechtigkeit, sondern Habgier, Neid, Missgunst, Selbstgef?lligkeit und Dummheit ? ein einziges Narrenspiel. Und so verb?nde ich mich lieber mit dem Teufel, der sich nie anma?te vollkommen zu sein, der mich nie entt?uscht hat, wie Gott es hat. Man soll nicht glauben, das ich nun zum Anarchisten werde. Ich glaube sehr wohl an Gott, doch habe ich die Ehrfurcht verloren, habe ich aufgeh?rt an seine Vollkommenheit zu glauben. Wenn ich sagen w?rde, das ich nicht mehr an Gott glaube, so w?rde dies nur meine Dummheit beweisen, ihn als null und nichtig zu erkl?ren. Ihm seiner Existenz zu berauben und damit mir eingestehen zu m?ssen, das ich selbst der Gef?llige bin, das ich selbst stumm bin und starre, ja unf?hig meine Bestimmung zu akzeptieren. Doch vor Gott zu treten und sich von ihm loszusagen, sich seiner F?hrung zu entsagen, weil er in seiner Vollkommenheit versagt hat, ist das nicht das Schlimmste was Gott passieren kann ? Das er unw?rdig ist, das man nicht mehr auf ihn angewiesen ist. Ich brauche nicht seine Gerechtigkeit, die so undurchschaubar ist, das ich fast glaube das er selbst nichts wei? von Gerechtigkeit. Denn w?rde Gott ?ber die Gerechtigkeit und die Ungerechtigkeit herrschen, w?rde das bedeuten das Gott doch vollkommen ist, das er dies lenkt zu einem bestimmten Zweck, zu einem Ausgleich, das er der Weltenseele behilflich ist. Doch Gott kennt nicht Gerechtigkeit, Gott selbst sucht sie wie wir in all den Nischen, in all den Seelen. Ich brauche Gott nicht, denn nun bin ich selbst verantwortlich und brauche nicht mehr entt?uscht zu sein ?ber diese Menschheit, ?ber dieses Sein, kann mich selbst meiner Fehler belehren. Gott ist nicht besser als ich es bin und wie dumm ach wie dumm sind die Menschen das sie glauben Gott helfe ihnen. Gott kann ihnen gar nicht helfen, er selbst ist es der unf?hig ist, dessen Sch?pfung sich nun gegen ihn richtet und all seine wunderbaren Lehren so herrlich missbraucht. Ich f?hre mich nun auf meinen eigenen Wegen und l?chle den Menschen zu in ihrer uns?glichen g?ttlichen L?cherlichkeit. Ich bin nicht l?nger Gottes Kind und strebe nicht l?nger nach l?cherlichen Idealen. Diese Welt ist so selbstgef?llig in ihrem Glauben, diese Sch?pfung ist so selbstgef?llig und Gott selbst ist der Wirbellose, ist der Verr?ter. Neid und Missgunst auf meinen Wegen und ich l?chle zu Gott und fast schon erregt es Mitleid in mir, das Gott selbst hilflos ist, sich nur noch st?tzt auf die Dummheit, die Selbstgef?lligkeit, die L?cherlichkeit seiner Sch?pfung. Gott kann mich nicht mehr bekehren, er hat versagt in seiner ganzen gro?en Erhabenheit uns gegen?ber, sich selbst gegen?ber. Und ich blicke hinauf und bin mir seiner Gegenwart gewahr und schleudere ihm all den Schmerz, all die ganze L?cherlichkeit seiner, meiner, unserer Existenz entgegen. Und ich sp?re Gottes Zorn ?ber meine Erhabenheit, ?ber meinen Drang ihm zu beweisen das ich ein Abenteurer bin, der seine Sch?tze entdeckt hat, der seinen Plan entlarvt hat. So mag er Unwetter und Tod ?ber mich bringen, er wird doch in meinen Augen nur fehlbarer, nur unvollkommener sein, in seiner ganzen selbstgef?lligen L?cherlichkeit! (und ich werde ihm die Hand reichen, wie ich sie ihm schon l?ngst gereicht habe und ich werde sein Verb?ndeter auf all den Wegen, der der er mich schuf, dessen ich mich nicht entsagen kann, doch aus dem ich heran gewachsen bin, ihm entsagt habe, den ich noch liebe, der mir die Kraft gab, ich zu sein, ohne ihn, auf meinen Wegen, auf meiner Suche die ich nicht beendet habe und er wird g?tig sein in der Ewigkeit und l?cheln ?ber meinen Zorn, wie ich l?chelte ?ber den seinen.)




Nachruf
(Gottes L?cherlichkeit)


Und warum solltest Du nicht Schmerz f?hlen,
wenn Du ihn erschaffen hast?


Meine Liebe ist nicht verloren.
Mein Entsagen kein Urteil.
Tief und ewig sind es Deine Feuer die brennen in mir,
denn meine Seele mag ?ber den Rand des Universums fliegen
hoch, viel h?her hinaus
und mein K?rper mag auf den dunklen Wegen wandeln
mein Antlitz zeichnet doch meine Herkunft.
Das ich ein Kind Gottes bin!
So ziehe ich meiner Wege allein hinaus in Deine Welt.
Mir graut die Unendlichkeit
und sollte ich nicht k?mpfen bis sie f?llt?
Und wirst Du trotzdem wachen
in manchen N?chten
auf Wegen derer Du mich warntest einst ?
Nicht Liebe ist verloren sondern Glauben.
Und solltest Du nicht der Vollkommene sein
den ich Gott nennen will ?

21.2.06 11:34, kommentieren

Die Wirbellosen oder Der Tag an dem ich erwachsen werden sollte


Es waren die Tage da ich erwachsen werden sollte. Die Tage in denen man Hektik aufgibt und an dessen Stelle tiefe innere Erkenntnis tritt. Es war so banal, so irrt?mlich banal als ich es erkannte, das ich zun?chst nichts wusste von Erf?llung und Kenntnis, von Hingabe und Leidenschaft. Es war das Ende der Tage der Oberfl?chlichkeit. Der Drang nach der ?u?eren Welt implodierte und ?ffnete eine Welt in der ich mich schon lang zu Hause f?hlte, eine innere Welt voller Bl?te und Faszination, Faszination ?ber das Leben. Nun ich bin das Leben, ich bin eine Facette des Lebens, eine von Abermillionen die das Menschsein hervorbringt und doch sind es nur die kleinen feinen Unterschiede die diese Facette ausmachen, es ist kein gro?es Ganzes, es ist der Unterschied, die Differenz, es ist das ?lterwerden. Nicht das man eines Morgens erwacht und sich dessen bewusst bewusst wird. Nein es ist ein banales Ereignis, ein banaler Moment der zu dieser Einsicht f?hrt. In dieser Banalit?t stecken Jahre der Fehlschl?ge, Erfahrungen, des steten Vorw?rtstreibens, der Unruhe, dem unwiderstehlichen Drang der Mittelpunkt der Welt zu sein. (Der man schon l?ngst ist, denn wie gesagt ich bin nur eine Facette von vielen, doch ich bin das Einzigartige in meiner Welt, das gro?e Ganze das mein Inneres beginnt auszuf?llen). Dieser Moment der so klar war das er fast greifbar war, zum festhalten, zum einkleben in ein Fotoalbum, war nicht gekennzeichnet von Mut oder Weisheit, von Rettung oder gerettet werden, nein er war einfach nur banal. Und es stellt sich mir die Frage ob all die Jahre der Suche mich nun nur zu meiner eigenen Banalit?t f?hren oder ob das Leben an sich einfach nur banal ist. Denn das Erwachen ist nicht nur ein ?bergang oder ein Prozess, es ist die Banalit?t die uns aus den Tr?umen rei?t.
Die Segel biegen und ?chzen im Wind und die Sonne brennt hei? ?ber dem Horizont, weit viel weiter noch r?ckt sie in die Ewigkeit, voran wie ein ferner Streif, wie ein Gru? der Weltenseele der widerhallt ?ber die Meere des Lebens..
Meine Reise beginnt an einem Tag der von tiefer Traurigkeit erf?llt war. Nicht Traurigkeit ?ber die Dinge die einem widerfahren, nein das w?re zu banal. Das Grunds?tzliche nach dem ich so strebte und das ich verloren schien, fern von Ablenkung und Widerspruch, war es, Liebe und Hingabe, Stagnation, der Ausgleich zwischen Euphorie und Melancholie, der mich in die tiefen meiner Seele hinab steigen lie? und das mich nun mit Traurigkeit erf?llte. Ich beobachtete das Treiben, still und sinnend in meiner inneren Welt, lautstark und banal in meiner ?u?eren Welt. Bunt und schrill, ja grell fast schon mutete es an, diese Menschen in all ihrer Banalit?t, in all ihrer Oberfl?chlichkeit, in all ihrer Jugend. Ach so ?berschw?nglich und freudig, ja euphorisch in ihrem Dasein, das viel zu schnell schon beendet sein wird, doch noch begreifen wir unsere Verg?nglichkeit nicht.
Die See scheint noch ruhig, da der Himmel leuchtet blau und fern, ewig ?ber dem Firmament, das sich ?ber uns ausbreitet und in unsere Seelen dringt, tief und innig, mit Liebe und Hingabe. Und noch schlagen die Wellen sanft gegen den Bug, doch noch bevor die Nacht hereinbricht, wird der Sturm ?ber uns hinwegfegen, wird die Segel ?chzen lassen und wir wissen nichts von ?berleben und Versagen, wir wissen nichts ?ber die Kunst, wir wissen nichts ?ber uns. Gleich einer W?ste ziehen wir durstend durch die D?nen, schlagen wir uns in den St?rmen unseres Lebens.
Und an jenem Tag, da ich nun der Beobachter bin und nicht mehr der Handelnde, an dem Tag als ich sann und mir des Sturmes nur bewusster werde, sehe ich sie in spielender Leichtigkeit, in ihrer Schwere, in ihrer B?rde, von der sie nichts wissen, von der sie noch nichts wissen sollen. Und ich sehe all die Jahre an mir vor?ber ziehen, sehe all das in mir, was ich nun vor mir sah. Und ich blickte zur?ck, bl?tterte zur?ck in meinen Gedanken, zur?ck zu jenem Tag, als ich nichts wusste von Banalit?t und Traurigkeit. Bl?tterte zur?ck bis zu jenem Tag, bis zu jenem Moment als es noch nicht weg war, das leichte Gl?ck. Welch Euphorie, welch Leichtigkeit doch das Menschsein bietet und wie viel der Tage z?hle ich noch bis ich befreit bin von Oberfl?chlichkeit, vom Verlorensein in den Details, von Macht und Missbrauch, von meinem Menschsein.
Es dunkelt bereits und der Horizont ist eingetaucht in die Farben des Lebens. Die Segel flattern ruhig und bedacht hoch, viel h?her, ?ber mir.
Ich lauschte den Konversationen und auch wenn mich mein Desinteresse ?ber diese Banalit?t der Inhalte hinderte so lauschte ich doch um so angestrengter, den Dingen die ich einst gesagt und die ich einst getan hatte. Und all das Streben, das keines ist, das wir in unserer Leichtigkeit Streben nennen, f?hrt uns doch nur zur?ck zu unserer Banalit?t. All die Anstrengung die ich sah, die mich belustigte, ich , da ich nun wei? das ich damals nichts gewusst habe, da ich nun wei? das ich es bin, wie sie es sind. Nun da ich wei? das wir die Wirbellosen sind in unserer Leichtigkeit, in unserer Banalit?t. Nein, es ist kein Vorwurf, denn das sind wir, das ist kein Schmerz, es ist Hochmut und das sind wir, das ist unser Leben, in all seiner Banalit?t, in all seiner W?rde und Leichtigkeit.
Nun da die Nacht in ihrer Schwere, in ihrer l?hmenden Dunkelheit uns einholt und herauf zieht, nun da der Sturm noch kommen wird, befinde ich mich in einer Gelassenheit, in einem Hochmut, da ich es nicht besser wei?, da jeder Sturm anders ist und ich nicht vorbereitet bin, es nie sein werde, und jeder Sturm den ich ?berstanden habe, f?hrt mich nur zu einem Gr??eren, zu einem den ich noch nicht durchquert habe.
Die frohen leichten Gesichter, das L?cheln in ihrem Antlitz verr?t sie in ihrer Unwissenheit. Eine sch?ne Unwissenheit, fern von jeder Traurigkeit und Einsicht, fern dessen was noch kommen mag. Und als ich so sa? und sann in meiner Schwere und sie beobachtete in ihrer Leichtigkeit so war es mir als ob ich nur wachen m?sste, und so wurde meine ?u?ere Welt zu meiner Inneren und ich schrie nicht mehr lautstark, wie die Unwissenden, sondern ich l?chelte wissend und g?nnte ihnen ihre Leichtigkeit, ihre Unwissenheit, denn sind sie es nicht durch die ich meine Erkenntnis erlangte. Sie die sie in ihrem Menschsein noch unber?hrt sind, es nicht besser wissen, es nicht anders k?nnen. Sie sind was ich war. Und sie werden sein was ich bin.
Die Nacht in ihrer Dunkelheit streift ?ber meine Seele, ?ber mein Leben und die Segel ?chzen und werden sie nicht brechen, wenn ich nicht Sorge trage mein Schiff geschickt durch den Sturm zu lenken?
Und ich segle hinauf zu den Wolken, fern ganz fern der Leichtigkeit, hinauf zu meiner eigenen Leichtigkeit, die ich mir bewahrt habe um voran zu kommen, damit mich die Schwere, die Last nicht versagen l?sst. Meine Reise f?hrt mich weiter zu all den Wirbellosen um zu sehen das ich bin was sie sind ? leicht in der Schwere des Lebens.
Die Segel ?chzen, sie sind nicht gebrochen, wie ich mich ?ngstigte in meiner Unwissenheit. Und sie tragen mich weiter ?ber die Wasser, durch die W?sten hin zu jenem Ort, zu jenem Tag, als ich es fand, das Leben, das Gl?ck, die Liebe, hin zu jener Bestimmung zu der ich mich f?hren lie?, die mich einsehen lie? das wir die Wirbellosen sind vor dem Leben und vor dem Tod.

21.2.06 11:36, kommentieren