Lyrik

Schlafwandler

In kalter Nacht fleht süßer Schimmer
Um Eintritt in des Dunkels Welt
Sein Antlitz ruht in stillem Kummer
Vielmehr ists wohl mein Herz das schreit
Im fahlem Lichte flackert Sehnsucht
Hinüber nach des Glückes Schweif
Und wünscht den Himmel voller Geigen
Aus zartem innigem Gewand

Nichts greift so klar und forsch danach
Die Sterne auf der Erd zu säen
Das sie uns heuer immer leuchten
und schattig oder sonnig stehn
Doch ach es atmet nur der Geist
fern ab in tiefer seelger Stund
im auf und ab hier neben mir

Kein Band erfüllte unserer Seelen
Nicht jenseits und nicht dieseits mehr
So schließ ich meine Augen fester
Zu wünschen das ich noch träumen mag
Von Liebe und von Gutmanier
Schlägts meine Lider nieder
Und auch wenn’s der seingen Seel nicht reicht
Meine tuts ihr gleich

12.7.06 14:29, kommentieren

Mc Gomez

1 Kommentar 17.3.06 12:12, kommentieren

Der Weltenlohn

Der Weltenlohn


Keine Welt gleicht mehr der Alten
Tief die Z?ge im Gebirg
Frei das Land hinter den T?lern
Gro?e Zeiten die wir schm?lern
Mein ewiger Blick wendet sich dem Leben zu


Neues Gl?ck das Wonn verhei?t
Eisig friert die Seel dahin
Im blauen Dunst hallt noch des Friedens Ruf
So schallt der M?rtyrer, des Volkes Huf


Fortan des Sonnenstrahls Geleit
F?hret uns ins Hinterland
Blaue Wolken, hohes Licht
Der Wege Zauber in uns zerbricht


Gro? die Hoffnung die nun erblindet ist
Alte Wunden voller Sehnsucht
Im schalem Dunkel sich vergisst
Falsche Welt in ihrer Flucht
Voran, voran es schreit
Zu weit, zu weit

1 Kommentar 20.2.06 13:35, kommentieren

Die Wirbellosen

Die Wirbellosen


Stefanie Graupner



Gro?e Worte
Die mir bleiben
Die ich halten kann,
wie ich sonst nichts halten kann.
Sie sind mein Versagen.
Meine gro?e Flucht.
Sie sind mein Verrat.
Sie sind was ich liebe.
Was ich begehre,
wie ich nichts so treu begehre
mit Hingabe
mit gro?en Worten.



Ich bin ein Cham?leon ? Anpassung ist meine Schl?pfrigkeit, mein Hinterhalt mich nicht festzulegen.
Ein Abenteurer voll von Zorn der Welt zu beweisen, das ich sie bezwinge.



Vorwort


Mein Verlangen, meine unb?ndige Sehnsucht zu sein und nicht zu sein, in dieser Lust zu sterben und geboren zu werden. Meine Sehnsucht die ich nicht stillen kann und die d?rstet in der W?ste meines Lebens. Denn dort wo ich bin das was ich bin ist mein Zwiespalt, ist mein Zweifel. Mein unb?ndiger Drang der Mittelpunkt der Welt zu sein, der ich schon l?ngst bin!

In meinem Drang zu verstehen und in der Gewissheit l?ngst verstanden zu haben liegt mein Weg, mein Prozess, meine Differenz zu anderen. Ich bin wer ich bin. Ich will nicht wissen, denn ich wei?, ich will nicht sehen, denn ich sah, was ist mein Wille?

Als ich meine Gedanken suchte, war mir bewusst das ich sie nicht suchte sondern ihre Umsetzung darin. Ich will nicht h?ren was ich wei?, und es ist nicht Schmerz sondern Hochmut. Und es ist nicht s?ndig, es ist mein Leben.



Prolog


Welt I ? Die Innere Welt

Meine Apathie ist bedr?ngt von diesem Gleichnis, dieser Last, die ich trage, eine B?rde ja die ich nicht absch?tteln kann. Es ist ein Schlaf in den ich verfalle, der mich leblos macht auf meinem Weg, all die Traurigkeit, all die Dunkelheit die es zu durchbrechen gilt. Ich habe nicht versucht zu leben, solange ich diesen Kampf nicht beendet habe. Ich bin wer ich bin. Ich lebe in einer Welt die mich begriffen hat und die ich begreifen will. Ich stehe in dem Contra, ich stehe in Verantwortung. Meine Welt mag so beschr?nkt sein, denn ich lebe sie nur dieseits der Grenzen, ich lebe sie nur in meinem Kopf und blicke nicht weiter, stehe nur stumm, sehe nicht hin. Da drau?en ist der Zwiespalt der mich herausrei?t aus meiner Reinheit, aus meiner Liebe, der mich verf?hrt und der mich kr?nkt, denn das bin ich. Und ich frage mich ob ich nicht schon mittendrin stecke, in diesem Strudel, in diesem Proze?, in dem wir alle die Richter sind und dessen Urteil Ma?gabe ist, Hingabe ist f?r all die S?nden, die wir leben, die wir lieben. Eine hierarchische Tr?gheit, die uns beschleicht, die uns blendet.
Ich bin ein Fl?chtling vor dem Leben. Hinter all den Masken kann ich mich nicht mehr verbergen, zu laut ist der Schrei, als das ich noch stumm stehen will, stehen kann. So seht mich an und fragt nicht mehr, sch?ttelt nicht verst?ndnislos den Kopf, wenn ihr in den Spiegel blickt, denn ihr selbst seid es, die ihr sehen werdet. Enth?llt die Masken, wie ich meine enth?llt habe, um zu sehen, was ich gesehen habe.


Ich lebe meinen Tag als w?rde ich rennen
vor den Feuern
von den Toren
weit weg
zuviel um es wahrzunehmen
zuviel um es abzulehnen
Den Strom des blendenden Goldes der entschwindet und zu faulem Wasser wird.
Die Fassade die bricht und dessen Mauern schwanken
unerm?dlich
so hell, zu grell
das ich erblindet bin
von all den Feuern die brennen
tief und ewig brennen
in mir !



Welt II ? Die ?u?ere Welt

Worte. Alles Worte. Die einzige wirkliche Art unserer Kommunikation ist anf?llig geworden. Verbale Definition von Menschen geschaffen. Dieses Medium bietet so viele M?glichkeiten der geistigen Manipulation, der Herrschaft des Unwirklichen, der Verschleierung. Jeder Gedanke wird zu unserer Handschrift, zu unserem Leben, zu unserer Welt.



Lautlos schleicht die Zeit
?ber meine Wunden
soviel zur?ck, soviel voran
wohin die Stunden als ich sann
wohin die Welt so rasend und so schnell

zu grell! zu grell!

1 Kommentar 21.2.06 11:06, kommentieren

Das lyrische Ich stellt sich vor


(Ich m?chte hier noch anmerken, dass dieses Selbst, in seiner Sch?nheit, die wir von uns selbst die dies lesen auch halten, fehlbar ist und so ist meine Fehlbarkeit, die eure, wie meine Liebe die eure ist.)


Sie war von ausgewachsener Sch?nheit. Nicht ?u?erlicher Sch?nheit, obwohl gro? gewachsen, schlank und gezierlich (ihr Gang glich der einer Gazelle, wenn sie ?ber die Stra?en schritt, geschmeidig und erf?llt von Stolz und Abwesenheit und den Blick nicht rechts, nicht links schweifen lie?) besa? sie etwas Einzigartiges. Eine Gabe, ein Talent, ja vielmehr eine Hingabe und Leidenschaft, mit der sie den Dingen Leben einhauchte, mit welcher Liebe sie ihren K?rper und ihren Geist strangulierte, um die letzte Essenz an Euphorie heraus zu quetschen und sie dann ersch?pft von all dem, nachts in ihr Bett fiel, nach stundenlanger Ekstase mit der sie ihre Musik h?rte, ja genoss und ihre Worte in all die gr?nen und grauen B?cher schrieb (und das war ihr etwas unabk?mmliches und mochte es noch so sp?t sei) und das selige Dr?hnen ihr die s??este Melodie wart und sie vor lauter Energie und Kreativit?t, ja vor lauter Anderssein die Augen schloss und friedlich einschlummerte, schon wieder einvernommen von all den Abenteuern, die sie in ihren Tr?umen gefangen hielten und faszinierten.
Sie war ?berhaupt fasziniert und ein faszinierender Mensch. Ihre Weiblichkeit mischte sich mit Exzessivit?t, ihr Geist mit dem H?heren Ich und ihr K?rper war eine einzige Oase an Liebe und Sex, an Hingabe, die grenzenlos war physisch und psychisch. Sie war so sehr ein Tr?umer, ein Realist, ein Revolution?r, das sie alles in sich vereinte, Gut und B?se, Himmel und H?lle, Schwarz und wei?. Sie war sich durchaus ihres Andersseins bewusst, ihre Unverstandenheit, ihre Durchschaubarkeit, ihrer Gabe. Eine Gabe die durchaus bemerkenswert ist. Nicht die Tatsache das sie schreiben und singen, Musik lieben und spielen konnte, nein ihr unerm?dlicher Drang, ihre Hingabe machten sie besonders mit der sie diese Dinge umsetzte. Sie h?rte nicht Musik, sie war die Musik in diesem Moment. Sie schrieb nicht blo? Worte auf ein leeres Papier, nein sie verlieh den Worten Gr??e, Leben, Eigenst?ndigkeit. Ihre Liebe f?llte sie aus und es war wie ein warmer Regen der die Worte aus ihrer Seele flie?en lie?, der sie mit allem vereinigte in diesen Momenten. Ihr war, etwas Gro?es zu schaffen, dessen Wert nicht in deren Anerkennung liegt, sondern in der Erf?llung ihres Traums. All die Erfahrungen, Geschehnisse, all die Trauer und Wut, all die Tr?nen die sie vergossen hatte, flossen in diese Worte und machten sie lebendig, machten all das greifbar, verwertbar, bedeutend. Sie liebt sich, sie hasst sich, sie ist liebevoll, sie ist der Teufel, sie ist Verrat, sie ist Hoffnung. Aber ?ber all dem ist sie die Liebe die wir aufgeh?rt haben zu suchen, die wir denken gefunden zu haben in den allt?glichen Nischen unseres Lebens. Sie ist Liebe. So unantastbar, so rein, tief in ihrer Seele, in der sie noch nicht wirklich gesucht hat und so unerreichbar endlos, das sie die Suche nicht beenden wird. Und auf dieser Suche wird sie weiter Tr?nen vergie?en, f?r l?ngst verschwommene Erinnerungen die in ihre Gedanken flie?en, zu ihren Worten werden, zu ihrer Handschrift, zu ihrem Leben.

1 Kommentar 21.2.06 11:07, kommentieren


Bevor die Ruhe kam


Selten entsprang meinem Geist soviel an Lethargie wie jetzt in dieser Phase. Ungefestigt in meinen Gedanken und ?berzeugungen, so leicht schwankbar meine Wesensstruktur. Soviel Ver?nderung, soviel Unruhe, soviel was es st?ndig zu tun gibt. Ich lasse mich befl?geln, genie?e das Leben exzessiv wie essentiell. Kennst du das Fl?stern in deinem Kopf, nachts, wenn das bunte Leben von schwarz-grauen Schatten ?berzogen ist und du am Fenster stehst, alle Lichter der Stadt scheinen gel?scht und nur du an diesem Fenster bist das kleine warme Zentrum, so verloren und doch in der Dunkelheit der funkelnde, heimrufende Gedanke. Ich m?chte mich nicht mehr plagen. Ich m?chte mich nicht mehr fragen wie es weiter geht sondern ich m?chte wollen das es weiter geht. Ich m?chte eine Hand, die es zu halten wert ist und die meine ebenso fest h?lt. Ich m?chte fliegen und standhaft werden und all das hier aufgeben f?r ein besseres Morgen in dem ich anfange das zu tun was ich mir w?nsche. Ich gehe oft durch die Stra?en und blicke in die Gesichter der Menschen und versuche zu erahnen wer sie sind, in wie weit sie sich von mir unterscheiden oder ich mich von Ihnen. Ich versuche die Welt zu verstehen und w?hrend ich noch stehe und starre dreht sie sich schon schnell und bunt weiter und ich springe auf und mir schmerzt fast der Kopf von all den Bildern, von all den Stimmen, all den Menschen. Ich bin nur einer von Ihnen.
Ich hab mich immer ferngehalten, von dieser Welt. Vielleicht in weiser Voraussicht, das Chaos erwartend. Und doch dr?ngt mich mein Gl?ck und meine Euphorie. Meine Liebe mich zu verlieren, gibt mir ein St?ck weit die Best?ndigkeit, der ich so nachjage und sie nicht greifen kann, weil ich der Treibende bin. So ungest?m, so vielf?ltig. Ich will all den Wegen folgen, die mich locken und die mich t?richt erscheinen lassen, Wege die mich weiser machen auf meiner Suche. Und so laufe ich ungebremst in all die Feuer, in denen ich brenne, mit Ihnen brenne und meine Wunden daraus verheilen irgendwann zu Narben. Meine Zeichen, meine Warnungen und meine Mauern sind sie und ich seufze in den Erinnerungen. Wie ein Schwarz-wei? Film der ?ber die Zeichen der Zeit flackert und sich verliert, verschwimmt und zu Umrissen wird. Ich kann meine Verg?nglichkeit nicht aufhalten, aber in meinem Geist bin ich nicht gefangen, bin ich frei. Und ich werde alles wissen, wie an dem Tag an dem ich rein diese Welt erblickte.
Ich kann es nicht aufhalten, und all die Zeit die mir verloren geht und mich gr?beln l?sst ?ber die Entscheidungen die ich treffe, machen mich m?rbe. In so manchen N?chten waren meine Tr?nen voller Sehnsucht, davonzulaufen und ein anderer Mensch zu sein.
Ich stecke in einer Phase tiefster Selbstfindung, manchmal liege ich einfach nur apathisch auf meinem Sofa und beobachte mein Zimmer, wie einen Ort an dem die Zeit stehen bleibt, wann immer ich es will. Und ich sehe wie die Zeiger meiner Uhr langsam und unaufh?rlich weiter ticken und w?hrend alles noch steht sind so viele Jahre vergangen. Wenn man ?lter wird zieht man sich ?fter zur?ck in Ruhephasen, in diese gute Stagnation, in der jedes Ger?usch, jedes Wort, jede Information zuviel ist, wie ein drohender overload. Man schaltet sich ab, beginnt zu sinnen, ja selbst schwer zu atmen, wie im Tiefschlaf. Als ich noch j?nger war, dachte ich immer von all dem verschont bleiben zu k?nnen, das es mich nicht trifft, das ich bis an mein Lebensende in dieser heimischen Glaskugel sitze und an Feen und M?rchen glaube. Ich dachte vielleicht bin ich die Auserw?hlte und es wendet sich am Schluss immer alles zum Guten. Das mir die Wunden der Entt?uschung ?ber andere und ?ber mich erspart bleiben. Das ich nicht wei? wie es ist zu scheitern. Ich h?re nur das Summen des K?hlschranks und ab und zu das aufheulen eines Motors drau?en auf der Stra?e. Ansonsten bin ich hier allein und sicher in diesem Bunker. F?r heute geschlossen. Ich bin fast panisch in der Angst jemand k?nnte mich heute ansprechen oder gar noch Erwartungen an mich richten. Ich sp?re meine Aura, meinen K?rper, ganz deutlich. Ich bin entspannt und doch rasen meine Gedanken wie Stromblitze wild umher. Ich w?re nicht mal in der Lage Musik zu h?ren. Ich glaube ich w?rde es schaffen, meine Leidenschaft heute damit zu zerst?ren. Meine Musik zu h?ren ohne den Zugang oder ein Gef?hl dazu. Mein Bed?rfnis ist Ruhe und ich f?hle mich so sicher und so leblos im Moment. Als w?rde ich Winterschlaf halten oder etwas ausbr?ten. Dann aber etwas Gro?es. Etwas Gigantisches was mich in diesem Sog mitrei?t, mein Sprungbrett um wieder aufzuspringen. Doch mich beschleicht das Gef?hl das alles in mir sich noch wehrt, noch nicht wieder fort will, rastlos, wie der Wanderer der ich immer war. In Unruhe gehetzt von einem ins andere, heute hier morgen dort. Ich habe mir nie die Zeit genommen hinzuschauen anstatt es nur zu bewundern, es neu und toll zu finden. Nein, ich hab nicht hingesehen. Viel sp?ter erst, kam es dazu. Da hab ich auch diese Ding mit den Ruhephasen entdeckt. Nach Zeiten von extremer Ver?nderung und Stress ziehe ich mich zur?ck und halte Winterschlaf, bis ich wieder Lust auf das Leben habe. Und bis dahin widme ich mich meiner geistigen Welt, in die ich so gern fl?chte und die ich brauche als meinen Halt vor der Normalit?t, der Abgekl?rtheit, der Professionalit?t. Ich will noch staunen k?nnen, damit ich mich entwickeln kann, damit ich nicht stehen bleibe und glotze. Und genauso ?ber alles was wei?. Ich finde das furchtbar und erb?rmlich. Es gibt nichts erb?rmlicheres als jemand der immer von allem irgendwas wei?. Wen interessiert das. Er ist kein Laie aber auch kein Experte, so was wie ein Meister in Ausbildung. Und von solchen Leuten kriegen wir die meisten Informationen. So eher am Rande, diese T?rgespr?che, diese eine Formulierung im Satz, die abweicht. Und das f?llt unsere Gedanken ob wir es wollen oder nicht. Du f?hrst im Auto und w?hrend du gerade das Tape wechselst t?nt dir der schrecklichste, monotonste Bausteinkastenprinzipsong um die Ohren. Und die Melodie ist so verdammt beschissen eing?ngig, das du es dann zur Strafe als Mitglied der modernen Welt den ganzen Tag im Kopf hast. Es ist grausam. Es brennt sich ein in deinen Kopf. Wie all die Bilder, all die Normalit?t jeden Tag, wenn man es nur wei? zur Gewohnheit zu machen. Dieses st?ndige Chaos das mich umzingelt hat zieht mich in einen Strudel voll Beklommenheit. Wehrlosigkeit.
Diese Ruhephase ist keine. Es ist eher eine Art Ruhe vor dem Sturm. Ein Sturm des Lebens, der mich taumelnd macht und weiser auf meinem Weg. So muss ich mich doch h?ten mich auf die richtige Seite zu schlagen, bis ich angekommen bin, mit mir in Reinheit, in Ruhe. Noch bin ich ein Fl?chtling vor der ?u?eren Welt. Noch erwartet mich der Sturm, in den ich mich st?rze und von dem ich mich mitrei?en lasse. Und jener Sturm der sich anbahnt in jener Ruhe, in jener Stagnation in der ich mich befinde, ist ein Kind der Ewigkeit. Und die Einblicke die es mir gew?hrt, lassen mich noch fl?chten. Doch es ruft unaufh?rlich in meinem Kopf, in meinem Geist. Ich h?re es fl?stern von der Ferne. Und kaum das ich gewahr werde, dessen dem ich lausche in der Spannung in der Unwissenheit, fl?stert es fortw?hrend und dringt durch meinen Geist, sickert ein in die Seelenwelt, tr?nkt und n?hrt mich. Und ich lausche angestrengt bis ich es klarer h?re. Bis ich h?re was ich wei?. Und es fl?stert : ?Bevor die Ruhe kam, gab es Leben zu leben!?

21.2.06 11:09, kommentieren


N?chtlicher Prolog


Er n?hrt sich von meinem Nektar. Er tr?nkt meine Liebe mit dem Gift des Zweifels. Er betr?gt mit der Gef?lligkeit seiner Selbstsucht. In dieser Nacht tritt er den Beweis an, schlecht zu sein. Ein Mensch zu sein. Ich liege in der Dunkelheit seiner schwarzen Seele, brach neben seinem pulsierenden K?rper, voll kaltem Blut. Uns trennen nur wenige Millimeter und doch scheint er Meilen entfernt. Ich sitze auf dem ?u?ersten Rand des Universums und er auf der anderen Seite. Wir sehen die gleichen Sterne und befinden uns doch beide unter zwei verschiedenen Himmelszelten. Niemand sagt das es leicht wird. Niemand sagt das es vorbestimmt war. Niemand weint darum, au?er ich, au?er er vielleicht. Ich sp?re seine K?lte, seine H?rte, er ist leblos und greift nach meiner Seele um sie zu beschmutzen, um sie zu seiner zu machen, in eben solcher K?lte. Die Abendlichter tanzen auf den fahlen Laken zu fahlem Mondlicht. Mein Blick schweift in den Nachthimmel hinauf zu den Wolken, die dick und schwer fast unsichtbar das n?chtliche Licht verdecken und in sich aufsaugen bis es nur noch Dunkelheit ist. Dunkelheit in diesem Raum, erf?llt von seinem tiefen Atem. In seiner Selbstgef?lligkeit wiegt er sich in Sicherheit, im Recht des St?rkeren, den anderen gefangen zu nehmen in seiner Dem?tigung die er ausspricht, die er lebt, die ich verabscheue, wie ich schon lange nichts mehr verabscheut habe. Seine Umrisse verschwimmen und ich kneife meine Augen fest zusammen bis ich ihn nur noch durch zwei schmale Schlitze beobachte. Sein Kopf st?tzt sich leicht auf sein angehendes Doppelkinn. Seine Sch?nheit verblasst in dieser Nacht und ich denke es ist nur eine H?lle, nur eine Fassade, die ihn noch sch?tzt vor meiner Apokalypse, solange bis ich erkenne das er das B?se ist, nicht f?r andere, nur f?r mich im heute und jetzt, vielleicht ist er in ein paar Jahren anders, vielleicht trifft ihn dann auch die Schuld seiner Saat und er ist so machtlos und hilflos wie ich es bin in dieser Nacht. Unser Garten der Seele ist verwuchert mit Unkraut und die gute Saat verk?mmert unter den gro?en dichten Bl?ttern ohne Licht und ohne Liebe Wir m?ssen unseren Garten pflegen. Wir m?ssen anfangen uns zu wehren. Wie viel Leben ist Verrat wert? Habe ich in all dieser F?lle Zeit mich selbst zu kennen? Reicht es nicht das ich all die Rollen spiele und mir in diesen bewusst zu werden, das ich betr?ge, mich selbst betr?ge. Meine L?ge spiegelt sich in seiner L?ge. Stecke ich meine Grenzen nach meinem Nutzen? Sein Drang nach ?u?erer Best?tigung, die er so sehr ?ber alles, ?ber sich und mich stellt, die ihn so abscheulich macht, so unwirklich, so fremd. Der Zwang nach Unabh?ngigkeit in der Abh?ngigkeit meines, seines, unseren Daseins. Der st?ndige Versuch auszubrechen, aus der Masse, aus der Norm. F?r die Masse. F?r die Norm. Ich verabscheue ihn. Meine Wirklichkeit ist so beschr?nkt, nur ein Augenblick, nur ein Moment und so viele M?glichkeiten, so viele T?ler zu durchqueren, zu erleben, zu leiden. Und mein Ziel welches ich erreiche w?hrt nur so lang wie mein Ruhm, bis er verblasst, bis ich ein neues Ziel brauche, mir stecke. Ein ewiger Weg den ich nicht beende, den ich nur beschreite in der Hoffnung am weitesten zu kommen. So ist er mein Spiegel und ich bin nur so schlecht und nur so gut wie er es ist, den ich lie? es zu, ich wollte es so. In dieser dunklen Nacht ist es meine Gefangenschaft die mein Dasein ist, ja fast meine W?rde. Die Realit?t der Dinge liegt im Tun. Das ist meine Wahrheit, wenn nicht unser aller Wahrheit. Und vor allem seine. Tun im Nichts - Tun. Er ist so erf?llt und vor allem gef?llt mit dieser Oberfl?chlichkeit, das er nicht hinsieht, das er taumelt in dem Rausch der Anerkennung, die so verg?nglich ist, die gar nicht da ist. Ich verlie? ihn, bevor ich ihn verlassen habe, in jener Nacht, als sein Bild schrumpft und unbedeutend wird und er nur eine Erinnerung sein wird, die an meinem Bett haftet, die vergeht, bis sie nur noch ein Fragment l?ngst vergangener Zeit ist. Irgendwo zwischen gestern und heute haben wir einen anderen Weg eingeschlagen. Wir haben nicht gesprochen, jeder ging immer ein St?ck weiter, bis keiner mehr zur?ckkam. Seine Seele besitzt keinen Kern mehr, keine Verbundenheit. Die Schublade schiebt sich langsam zu, legt ab, hackt ab. Die Weltenseele lenkt mich auf ein neues Ziel. Doch ich bin so voller Gedanken, so voller Melancholie und Euphorie, so voller Langeweile und Stagnation, so voller Leben. Ich bin ein Segler der Wolken, der verga? wie es ist Mensch zu sein. Ich w?nsche ihn so fern aus meiner Welt, in der er noch liegt und schl?ft und in die er mit seinem schweren, gen?gsamen Atem erf?llt. Fern aus meiner Welt, zu der er nicht mehr geh?rt, lange schon nicht mehr geh?rt hat. Er hat mich verraten und so habe ich auch ihn verraten und nun liegen wir hier nebeneinander, jeder in seiner Welt und ich sehne mich nach der Liebe, die ich einst f?hlte, die bedeutend war und die mich N?chte sinnen lie? in fernem, nahem Gl?ck. N?chte in denen ich selig schlummerte und wir uns in unseren Tr?umen trafen. All das Lachen, all die Ber?hrungen die uns verbanden, all die Leidenschaft, die so selbstverst?ndlich war, die wir heute routiniert haben, ohne Gef?hl, nur ein monotoner Ablauf, der sich immer wiederholt. Ich sehe ihn an und nehme Abschied, spreche aus in meinen Gedanken, was mich so lange l?hmte. Nehme Abschied, von seiner Schlichtheit, die ihn einst besonders machte, die er verloren hat, die er ersetzt hat, seine Unschuld die ich ihm genommen habe, geistig, ich, die ihn zu dem machte wer er ist. Und den ich nun verabscheue, weil er nichts begriffen hat, weil er blind ist und ewig in der Dunkelheit seiner Seele irren wird. Er ist so weit weg, das er hier und jetzt nicht existiert, nur in meinen Gedanken, an ihn, den ich kannte, nicht an ihn, der jetzt neben mir liegt. Denn dies ist ein Fremder. Kein Bezug, keine Relation, ein Fremder dem ich Einlass gew?hrte, der auf der Durchreise ist. Ein Fremder den ich verabschiede. Dessen Bild ich vergesse, ja schon vergessen habe.


Er ist weg. Lang schon. Ich kann mich nicht einmal genau daran erinnern, wann ich ihn zuletzt sah. Meine Gedanken schweifen nicht so oft zur?ck in jene Zeit. Sie hat nichts nachhaltiges, kein Schmerz der mich erf?llte, nur Traurigkeit auf meinem einsamen Weg. Traurigkeit all die Weggef?hrten zu verabschieden. Wir begleiten uns ein St?ck des Weges, doch im Innern sind wir schon wieder allein unterwegs, nehmen es als ein L?cheln des Lebens auf, als eine warme Brise. Vielleicht schmerzt hier und da die Einsicht ?ber die Verg?nglichkeit dieser Dinge, den sie sind nur Meilensteine unserer Verbindungen, die der Schafsmann spinnt, die die Weltenseele miteinander verstrickt. Doch irgendwann sucht man etwas Nachhaltiges, etwas Einzigartiges, einen H?hepunkt, zu dem all die Verbindungen unseres Lebens f?hren. Daf?r weine ich all die Tr?nen, daf?r breche ich auf um die Dunkelheit zu bek?mpfen. Um nicht in einer dieser Verbindungen zu enden, bevor ich meinen H?hepunkt, meinen Endpunkt erreiche, diesen Ort der mich endlich macht, an dem ich ankomme, an dem ich bleibe. Nur wei? ich nicht einmal ob es diesen Ort ?berhaupt gibt und ob meine Suche mich nicht eher davon weg f?hrt, mich in utopischer Hoffnung erf?llt und die mich irgendwann einholt und mir nur diese Momente bleiben, in denen ich gl?cklich war, in denen ich traurig war, die verblassen und an mir vorbei ziehen, wie ein unwirklicher Film, von dessen Handlung ich nichts mehr wei?. Deren Bedeutung eine andere geworden ist und ich vergessen habe ?ber die Zeit. Ein L?cheln vielleicht, mit Sicherheit, aber eben nur ein L?cheln, das aufhellt und vergeht, in die Unendlichkeit entflieht und ich nur noch die leichte Brise sp?re.

21.2.06 11:11, kommentieren


Die Lehren Teil I


Als ich ihn traf, damals war ich in einer nicht minder schwierigen Phase. Ich wei? heute nicht mehr, was es schlussendlich gewesen war, was unsere Wege zusammen gef?hrt hatte. Aus meiner heutigen Sicht w?rde ich sagen, war es Einsamkeit, beiderseitig. Er, weil er etwas verloren hatte und ich, weil ich es noch nicht gefunden hatte.
Er stand etwas im Abseits, an eine Wand gelehnt. Ich besuchte sonst nicht solche Locations, doch in meiner Verzweiflung an diesem Abend, an dem ich den Glauben verloren hatte, an Bestimmung und Liebe, als ich nur noch glaubte, das einzig die Liebe zu mir mich retten k?nne, stand er nun unter dem Steinbogen des Kellergew?lbes, etwas gelangweilt und tief in Gedanken versunken. Er hatte etwas Trauriges in diesem Moment, dennoch war er zweifellos sch?n. Seine halblangen dunklen Haare fielen ihm leicht in die Stirn, wenn er ab und zu hochblickte und seine Gedanken in die R?ume schweifen lie?. Dieser schicksalhafte Moment, er an die Wand gelehnt und ich, hilflos in meiner Angst hatte etwas Magisches. Es war nicht Liebe, sondern Verst?ndnis. Er passte ebenso wenig hierher wie ich es tat. Vielleicht war das der einzige Zufall der uns damals verband, doch wir kamen ins Gespr?ch und ?ffneten einander, wie Verb?ndete, die sich nur an ihren Zeichen erkannten, das sie zu demselben Clan geh?rten.
Die ersten Wochen erlebte ich wie in einem Traum und wir verliebten uns ineinander. Ich m?chte hier ganz besonders auf ein Ereignis eingehen, von dem ich glaube das es genau aus diesem Grund Bestimmung war und ein weiteres Ereignis anf?gen, von dem ich glaube das die Bestimmung, die es zweifellos war, mich lehren sollte ?ber den Verrat. Doch zun?chst m?chte ich noch kurz auf unser eigentliches Verh?ltnis eingehen
Als ich ihn kennen lernte , war er rein gewesen. Seine Ansichten und Gedanken st?tzen mich ungemein und ich bewunderte ihn f?r seine Aufrichtigkeit, die ich nie so hatte finden k?nnen, viel zu sehr hatte ich mich verbergen wollen, f?r all das was ich getan und gesagt hatte in meinem Leben. So sehr wie ich Sicherheit in ihm fand, fand er in mir die Freiheit die er nie gewagt hatte anzur?hren. Eine ungeb?ndigte Freiheit, in der man Leben noch lebt und nicht katalogisiert. Man k?nnte also sagen, das wir genau in der Phase unseres Lebens, als das Bed?rfnis unstillbar geworden war nach Freiheit auf der einen Seite und Sicherheit auf der anderen Seite, wir ein symbiotisches Verh?ltnis eingingen. Unser symbiotisches Verh?ltnis beruhte auf einigen Regeln. Eine solche Abh?ngigkeit, basiert stets auf einem Nutzen, den man voneinander hat, sonst funktioniert dieses Beziehungsgef?ge nicht. Wie ich eingangs schon sagte, glaube ich das die Liebe die uns damals verband, eher ein Gef?hl war der Einsamkeit, der beiderseitigen Suche. Der erste Abh?ngigkeitsfaktor der uns zu Symbionten machte, war also Einsamkeit. Und auch hier gibt es durchaus Unterschiede. F?r ihn bedeute Einsamkeit den Verlust zu sp?ren von etwas Erlebten. Ich hingegen sp?rte den Verlust oder besser die Sehnsucht nach etwas noch nicht Erlebten. Seine Unf?higkeit in Freiheit zu sich selbst zu leben und vielleicht auch abseits der Wege diese Freiheit zu finden, war f?r ihn das h?chste Streben. Dieses Streben, diesen Sog den er mit mir erlebte, erm?glichte ihm diese Freiheit. Jedoch war f?r ihn die Freiheit wiederum, eine ?u?ere Freiheit, die er mit Anerkennung und Bewunderung ma?, f?r mich war Freiheit, etwas innerliches, es war die Wahrung meiner Tr?ume, nicht irgend eine ?ffentliche Meinung. Die Freiheit die ich jedoch lebte, war kein Halt und keine Sicherheit, er hingegen kannte nur Sicherheit und Halt. Doch er lebte mehr in einer prinzipiellen Sicherheit, eine ?u?ere Sicherheit, ich hingegen suchte die innere Sicherheit, die Ruhe. Und je mehr Freiheit er durch mich erlangte, umso mehr wankte meine Sicherheit, sein Dr?ngen nach der ?u?eren Welt, war so stark wie mein Dr?ngen nach der inneren Welt.
Das was er suchte in der Freiheit, war nicht das was ich suchte in der Freiheit.
Und das was er in der Sicherheit fand, war nicht das was ich finden wollte.
Doch wir gew?hrten uns Sicherheit, wir gew?hrten uns Freiheit.
Als ich ihn traf, gegen die Wand gelehnt, war es unerheblich gewesen welche Freiheit ich lebte und welche Freiheit er suchte. Ich h?tte an diesem Abend ganz am anderen Ende der Stadt sein sollen, gl?cklich in den Armen eines Studenten, der genauso hie?, wie er, der jetzt gegen die Wand lehnte. Nur ein Zufall, ein Hauch der Ewigkeit, hatte mich hierher verschlagen, wie ihn, der genau wie ich, hier nicht hergeh?rte und am anderen Ende der Stadt jetzt h?tte sein sollen. Wir waren also von Anfang an Verb?ndete gewesen. Wir haben uns Zuflucht gew?hrt. Ein B?ndnis das durchaus loyal gewesen war, doch in der Liebe gibt es keine Vertr?ge, die man schlie?t und an dessen Abreden man sich h?lt. Wenn der Verrat so unertr?glich gro? ist, so offensichtlich ist, kann man sich nicht mehr verstecken hinter irgendeiner Fassade, einem Nutzen.


Die Bestimmung


Es war lange bevor er wegging, lang bevor ich ahnen konnte, welche Bedeutung die Zeit die ich mit ihm verbrachte haben sollte, lang bevor ich ahnte das all das mich zu mir f?hren sollte. Wir kannten uns erst wenige Wochen. Es war ein sch?ner Sommer gewesen und wir verbrachten lange Abende in angenehmer K?hle und beobachteten das hei?e Flimmern ?ber der Stadt, liefen Hand in Hand durch die W?lder, lachten und scherzten, liebten uns innig und leidenschaftlich, waren vereint zwischen Himmel und Erde und flohen vor der Wirklichkeit in unsere Tr?ume, die wir lebten. Ein Vertrag auf Raten.
Wenn wir heranwachsen, ist es wie das Erwachen aus einem Donr?schenschlaf. Unsere Vorstellung aus Phantasie und M?rchen, erlischt, ersetzt sich irgendwann mit Realit?t, mit eigenen Erfahrungen. Ja es ist vielmehr ein Glaube tief verankert und verwurzelt in unserer Seele. Es sind die Dinge die wir bewahren, nach denen wir uns richten, die uns Hoffnung geben. Doch es ist eine Frage der Zeit, das wir erwachen, es h?ngt an den Erfahrungen und Menschen, an Schmerz und Liebe, an Verrat, die einem aus diesem Dornr?schenschlaf wecken, den es ist nur ein Schlaf, ein ewiger Schlaf, in dem man, wird man nicht geweckt, stets in Tr?umen nur versunken ist. Tr?ume sind wie eine Burg. Eine Festung die man bewohnt und h?tet. Doch sie sind kein Leben, sie sind Phantasie, die zehrt von der Realit?t.
Was ich fand war nicht Liebe, nicht die Liebe, die ich mit Versunkenheit und v?lliger Hingabe erwartete. Doch wie kann ich lieben, wenn ich selbst nichts wei? ?ber die Liebe, ?ber deren Formen. Wie kann ich wissen, wenn ich nur eine Entscheidung zu treffen vermag. Die der Hingabe. Des Risikos.
Ich war noch l?ngst nicht erwacht.
Ich erinnere mich an einen alten Song von Garth Brooks. Unanswered prayers.
Und ist es nicht so, das man zur?ck schaut und feststellt, das all das was man sich damals w?nschte, heute an Bedeutung verloren hat, viel zu schnell an Bedeutung verloren hatte.
Er hat an Bedeutung verloren. Er ist wie ein Traum, an den ich mich nur noch verschwommen erinnere, der verblasst, immer mehr und mehr.
Ich kannte ihn damals ein paar Wochen. Es muss an einem Samstag gewesen sein. Wir verabredeten uns mit seinen Freunden, eine weitere Vorf?hrung, der ich unterlegen war durch unseren Vertrag, und trafen uns in irgend so einem Rock- Schuppen, der etwas abgelegen in einem Vorort lag. Ich erw?hne diesen Abend, weil er der Beginn dieses Wachr?ttelns war und letztlich verantwortlich f?r ein paar entscheidende Lehren.
Ich wei? nicht ob man es Lehren nennen sollte, ich betrachte es vielmehr als den Abschluss eines Prozesses, der den Weg ebnet und uns reifen l?sst. So sind meine Lehren nicht als Antwort zu verstehen, sondern sie geben einen neuen Blinkwinkel.
An diesem Abend begegnete ich M?cke. M?cke war ein verr?ckter, liebenswerter Kerl, ein wenig gestellt, ein wenig haltlos, doch gefestigt in seiner Gutm?tigkeit, seiner Liebe, seinem sch?nem Wesen, das ich nicht Ernst nehmen kann, und das mich doch so sehr an mich selbst erinnert.
M?cke war ein Fixpunkt in meinem Leben, eine Ver?nderung die er einleitete oder die ich durch ihn erkannt habe. Als er damals wegging und ich mich noch genau erinnerte an ihn, wie er gegen die Wand gelehnt stand, war M?cke mein Trost, mein bester Freund. Ich fand die Musik durch ihn, ich fand Hingabe durch ihn und vielmehr noch ich fand jene Mentoren die mich leiten, und ich fand Liebe, fast zwei Jahre sp?ter nach dieser Begegnung. So kann ich sagen, das M?cke durch seine Anwesenheit, durch unser Zusammensein, mein Leben ver?nderte. Er f?hrte mich zu meiner Bestimmung. Doch h?tte ich seinen Freund, meinen Freund, meine jetzt verblasste Erinnerung, nicht an diesem Abend getroffen, gegen die Wand lehnend, h?tte ich nie all die Dinge erfahren, w?re nie all den Menschen begegnet, w?re nie mir begegnet.
Ich bin durch dunkle einsame N?chte gereist, in denen ich mir n?her war, als jemals vorher und den Schmerz den ich f?hlte, war nur ein Versto? gegen den Vertrag. Denn es war der Schmerz, der mich befreien sollte von einer Last, die ich aufgeb?rdet bekam, die ich nicht bestimmt war zu tragen.
Ich bin noch l?ngst nicht erwacht.
Wir sind die Wirbellosen vor dem Leben und vor dem Tod.




Der Verrat


Als er fortging damals, hielten wir 10 Monate lang intensiv Kontakt.
Ist es Verrat loyal zu sein ? Doch ist es loyal einen Vertrag einzuhalten, der nichts mit Loyalit?t zu tun hat, sondern nur einen Nutzen erf?llt, der unsere Zwischenmenschlichkeit berechnend macht? Nennen wir es dann Freundschaft oder Sympathie statt Liebe und ist nicht alles Liebe in jener Form der Verbindungen die wir zueinander haben? Aber wenn es keine Liebe ist, sondern Berechnung getarnt unter dem Schein der Loyalit?t dann ist es Verrat. Verrat an der Liebe, an der Hingabe, an der Leidenschaft, Verrat an unseren Tr?umen. Wir haben das Leben zu einer L?ge gemacht, die uns distanziert hat, die uns gelehrt hat eine Fassade zu lieben, einen Traum, aus dem man noch nicht erwacht ist, aber wei? das der Morgen nicht mehr weit ist. Und doch, m?ssen wir nicht tr?umen um zu leben, um zu hoffen, um uns zu entwickeln? Es ist ein zweischneidiges Schwert mit dem wir da k?mpfen. Wir sind die Wirbellosen vor dem Leben und vor dem Tod.

1 Kommentar 21.2.06 11:12, kommentieren


Freiheit I


Da ist es wieder. In all seiner F?lle. Das Leben.
Und in meiner Stagnation, in meiner Unf?higkeit den blauen Himmel zu sehen und in all dem meine Seele fliegen zu sehen, in all dem hielt ich mich gefangen.
Ohne mich mit mir.
Und in meiner Stagnation lag ich brach auf dem trockenen Boden voller Tod.
Auf dem Boden baute ich das Leben und es starb.
Und als ich sah, eines Morgens, das der Himmel mir meine Freiheit zur?ckgab, flog ich in diesem Licht, all die Meilen zur?ck.
Und ich sah all die Kreuze die meinen Weg s?umten und die meine Zeichen waren.
Und die Mahnung hie? Tod.
qMein Tod ist mein Leben das mich rettete und so wurde ich geboren aus mir selbst.
So bin ich erf?llt von dem Schmerz, der mich sterben lie? um zu leben.
Nun bin ich frei.
Meine Freiheit!

21.2.06 11:13, kommentieren


Dieser Morgen ist anders



Als ich aufwache sp?re ich die K?lte. Das Licht bricht strahlend ?ber dem Horizont herein und streichelt sanft ?ber mein Gesicht. Ich starre nicht mehr apathisch auf die Innenverkleidung meines Wagens wie noch gestern Abend. Als ich auf die Uhr schaue ist es 6 Uhr. Ich habe nicht mehr als 2 Stunden geschlafen. Langsam steigt auch diese l?hmende Apathie wieder hoch und meine Gesichtsz?ge versteinern in einem einzigen leeren Blick. Alles ist noch still. Es mutet so friedlich an. Wenigstens funktioniert diese Welt hier drau?en noch, denke ich vor mich hin und habe Schwierigkeiten meine Augen offen zu halten, so sehr blendet mich die Morgensonne. Ich f?hle mich schwer und kalt. F?r einen Moment schlage ich die Augen nieder als mich die Erinnerung ?bermannt und mir einen kurzen heftigen Stich versetzt. Dann ist wieder alles still und die ganze Welt scheint eingetaucht in diesen glei?enden Nebel aus brennendem Licht, der ?ber den Feldern schwebt. Dieser Moment ist so beeindruckend, dass mich diese F?lle so imposant vereinnahmt, das ich kaum wage zu atmen. Das alles ist unendlich und ich bin es nicht. Deshalb f?llt es mir schwer so etwas zu begreifen. Ich kann nur stehen und staunen. Solche Momente kann man nicht planen. Sie sind einfach da und ?berw?ltigen dich mit ihrem Reichtum, mit ihrer Unfassbarkeit an Sch?nheit. Ich bin geblendet. Ich glaube dann etwas zu verstehen, doch es ist so kurz, dieses Gef?hl, das, wenn ich versuche es zu fassen und zu behalten, ich schon vergessen habe wie es sich anf?hlt. Au?er das man sich ersch?pft f?hlt, nur allein von dem Versuch. Aus den Boxen t?nt die Ballade Here in my room . Repeat One. Ich nehme die T?ne nur bedingt wahr, wie in einem langen Korridor von dessen Ende leise und durch dringlich die Musik t?nt. Ein sch?ner Song. Meine Gedanken sind gefangen in einer Zeitschleife. Sobald ich denke zu einem Schlusspunkt zu kommen und zu verstehen, wenn ich auch nicht genau wei? was, f?ngt alles an sich im Kreis zu drehen. Und dann wieder dieser Stich. Ich glaube man kann an solch einem Stich sterben. Nicht k?rperlich, aber seelisch. Man stirbt einfach eines Tages. Man kann nicht einmal etwas dagegen tun. Es ist reiner Selbstschutz und der bringt uns irgend wann um. Nicht alle, aber Menschen wie mich. Ich beobachte mich. Jede Bewegung verl?uft mechanisch. Ich bin wieder in meiner Welt und es ist unm?glich f?r mich da heraus zu kommen. Die T?r ist zu. Ich kann nicht mehr hinaus. Meine Angst h?lt die T?r geschlossen und mein Stolz bewacht diese T?r gut. Ich kann nicht hinaus. Ich verstehe diese Welt nicht und ich verstehe die Menschen darin nicht. Alles Sichtweisen, Blickwinkel. Alles ist richtig und auch falsch. F?r mich falsch, f?r andere richtig. Deshalb ist die T?r zu. Geschlossen. Auch f?r Dich, denke ich. Auch f?r Dich, hallt es leer in meinem Kopf und meine Worte klingen wenig ?berzeugt. Nur die T?r ist zu. Ich sp?re wie hei?e Tr?nen sich leise ihren Weg bahnen und schlie?lich an meinem Mundwinkel h?ngen bleiben bis meine Lippen salzig schmecken. Es ist als w?rde mich etwas hin und her ziehen. Ich brauche Dich nicht. Du machst mich wirbellos zu Deinen Gunsten. Du machst mich wirbellos. Ich habe Dich um Einlass gebeten, ich habe Dich entf?hrt in meine Welt, ich habe Dich verf?hrt mit meiner Welt . Nat?rlich wusste ich nicht ob Du meine Welt magst. Es gibt einfach Orte die findet man sch?n, aber da leben k?nnte man nicht. Ich wei? nicht warum ich daran geglaubt habe. Doch ich habe es, ganz eindeutig. Ich habe es nie ausgesprochen, doch ich wollte das Du bleibst, das Dir meine Welt gef?llt. Nun bist Du in Deine eigene zur?ck gekehrt. Dort ist es zu kalt f?r mich. Es ist wie bei Dir. Ich habe meine Welt mit Dir geteilt und Du kanntest die T?r zu gehen und Du kanntest die T?r zu kommen. Die T?r ist zu. Warum hast Du sie nur geschlossen? Es hallt in meinem Kopf. Es sticht in meiner Brust und je schneller ich fahre, desto mehr rast es in meinem Kopf. Ich habe Angst vor dieser Explosion. Ich habe Angst einfach daran zu sterben. Und dann habe ich nur noch Deine Welt. Dort ist es zu kalt f?r mich. Ich w?rde erfrieren und erstarren. Ich habe schon angefangen, doch nun ist die T?r zu. Ich w?nschte Dich hier, nur einmal um Dich begreifen zu lassen. Doch Du bist wie ich. Du starrst und staunst und siehst nicht einmal wirklich hin. Und meine Tr?nen rinnen sanft weiter hinab, bis sie auf meinen Pulli tropfen und ich das Nass auf der Haut sp?re. Du hast mich leblos gemacht. Du hast mich wirbellos gemacht. Du bist also einer von Ihnen. Ich starre wieder auf die Innenverkleidung meines Wagens. Ich sp?re nichts, nur diese Rasen in meinem Kopf. Ein ewiger Kreis.
Dieser Morgen ist anders, denke ich. Dieser Morgen ist anders, hallt es zur?ck. Und ich presse meine H?nde auf meine Ohren damit ich nicht h?ren muss. Doch ich wei? schon l?ngst. Die T?r ist zu. Du hast mich wirbellos gemacht, bis zu diesem Morgen. Die glei?enden Nebelschwaden ziehen weiter.

21.2.06 11:14, kommentieren